Ratgeber für den Verkauf von Edelmetall● Kein Ankauf, keine Vermittlung
Der Ratgeber · Stand Oktober 2026

Echtheit prüfen: Gold, Silber und Platin vor dem Verkauf testen

Nach diesem Ratgeber wissen Sie, welche Tests Sie selbst machen können, ohne Ihre Stücke zu beschädigen, wie Ankäufer prüfen und wie Sie reagieren, wenn ein Prüfergebnis nicht zu Ihrer Erwartung passt.

Drei Goldringe neben einer Taschenwaage, einer Lupe und einer Pinzette auf MarmorAI generated

Auf einen Blick

  • Zu Hause können Sie sortieren und Verdachtsfälle aussondern: mit Lupe, Magnet, Feinwaage und einer Dichtemessung. Den Feingehalt bestimmen diese Tests nicht.
  • Ein Magnet, der zieht, schließt massives Gold, Silber und Platin aus. Ein Magnet, der nicht zieht, beweist nichts.
  • Die Dichte trennt Gold gut von Messing, Kupfer und Silber und Platin von Weißgold. Gegen Wolfram hilft sie nicht, denn beide wiegen rund 19,3 Gramm je Kubikzentimeter.
  • Ankäufer prüfen meist mit Strichprobe oder Röntgenfluoreszenz. Beide messen an der Oberfläche, dicke Vergoldungen können sie täuschen.
  • Am genauesten ist die Analyse nach dem Schmelzen. Danach gibt es das Stück nicht mehr.
  • Lassen Sie in Ihrem Beisein prüfen, sich Methode und Ergebnis schriftlich geben und Stücke nur mit Ihrer Zustimmung anfeilen oder anbohren.

Bevor ein Ankäufer einen Preis nennt, prüft er, was vor ihm liegt: massives Gold, eine vergoldete Hülle oder etwas ganz anderes. Wer seine Stücke vorher selbst vorgeprüft hat, versteht das Ergebnis, sortiert Modeschmuck und Vergoldetes schon zu Hause aus und merkt, wenn ein echtes Stück zu Unrecht als minderwertig eingestuft wird. Dieser Ratgeber erklärt, welche Tests Sie ohne Schaden selbst machen können, wie die Verfahren der Fachleute arbeiten, wo jedes an seine Grenze stößt und wie Sie reagieren, wenn ein Ergebnis nicht passt.

goldminister ist ein Ratgebermagazin. Wir prüfen keine Einzelstücke und sagen Ihnen nicht, ob ein bestimmtes Stück echt ist. Was die Zeichen auf Ihrem Schmuck bedeuten, erklärt der Ratgeber Punzen lesen. Hier geht es um die Frage, die danach kommt: Stimmt, was der Stempel verspricht?

Was „unecht“ alles heißen kann

Unecht ist nicht gleich wertlos, und echt ist nicht gleich so viel wert wie gedacht. Fünf Fälle lassen sich unterscheiden:

  • Kein Edelmetall. Modeschmuck aus Messing, Kupfer, Stahl oder Zinklegierungen, oft goldfarben beschichtet. Materialwert praktisch null.
  • Vergoldet oder plattiert. Eine Goldschicht über unedlem Metall oder über Silber. Wie viel Gold darin steckt, hängt von der Schicht ab, meist ist es sehr wenig. Die Kennzeichen dafür stehen im Ratgeber Punzen lesen.
  • Echt, aber geringer als angegeben. Das Stück ist aus Gold, aber zum Beispiel aus 333er-Gold mit einem Stempel 585. Das ist selten, kommt aber bei nachträglich gestempelter Ware und bei Stücken unklarer Herkunft vor.
  • Echte Hülle, fremder Kern. Barren oder Münzen mit einem Kern aus Wolfram oder einem anderen Metall unter einer Schicht aus echtem Gold. Hohlschmuck und Tafelgerät, die mit Kitt oder Harz gefüllt sind, gehören in eine verwandte Gruppe: Das Metall ist echt, das Gewicht aber nicht.
  • Echtes Metall, falsches Stück. Nachprägungen von Sammlermünzen oder nachgemachter Markenschmuck können aus echtem Gold bestehen. Der Materialwert stimmt dann, der Sammler- oder Markenwert nicht.

Bei Schmuck aus Schublade und Nachlass lautet die Frage meist: massiv oder vergoldet? Gefälschte Barren und Münzen mit Wolframkern sind ein Thema für Anlagegold. Danach richtet sich, welcher Test sinnvoll ist.

Was Sie zu Hause prüfen können, ohne etwas zu beschädigen

Für die Vorprüfung brauchen Sie eine Lupe mit zehnfacher Vergrößerung, einen starken Magneten, eine Feinwaage mit einer Anzeige auf 0,01 Gramm, ein Glas Wasser und einen dünnen Faden. Keiner dieser Tests verändert ein Stück. Zusammen sagen sie Ihnen, welche Stücke unverdächtig sind und welche Sie gezielt prüfen lassen sollten.

Abriebstellen ansehen

Eine Goldschicht nutzt sich dort zuerst ab, wo ein Stück reibt: an Kanten, Ösen, Verschlüssen, an der Innenseite von Ringen und Armreifen. Schimmert dort ein rötliches, gräuliches oder messingfarbenes Metall durch, ist das Stück mit großer Wahrscheinlichkeit beschichtet. Bei Weißgold ist Vorsicht geboten: Viele Stücke sind mit Rhodium überzogen, und an abgetragenen Stellen erscheint darunter ein leicht gelblicher Ton. Das ist das Weißgold selbst und kein Zeichen einer Fälschung.

Der Magnettest

Gold, Silber, Platin und Palladium werden von einem Magneten nicht angezogen. Nehmen Sie einen starken Magneten, etwa einen Neodym-Magneten aus dem Bastelbedarf, und führen Sie ihn langsam an das Stück heran. Ein Kühlschrankmagnet ist zu schwach.

  • Das Stück springt an den Magneten. Es enthält Eisen, Stahl, Nickel oder Kobalt in größerer Menge. Massives Edelmetall ist es nicht.
  • Nur ein Teil reagiert. Verschlüsse von Ketten und Armbändern enthalten oft eine kleine Stahlfeder. Zieht nur der Verschluss, sagt das über die Kette nichts aus.
  • Eine leichte Reaktion bei Platin. Platinschmuck mit Kobalt als Legierungsmetall kann einen starken Magneten schwach spüren lassen. Bei Platin ist der Magnettest deshalb nur grob aussagekräftig.
  • Keine Reaktion. Das beweist wenig. Messing, Kupfer, Blei, Aluminium, viele Edelstähle und Wolfram sind ebenfalls nicht magnetisch.

Bei Silberbarren und großen Silbermünzen gibt es eine Abwandlung: Legen Sie den Magneten auf den schräg gehaltenen Barren. Er gleitet auffällig langsam hinab, weil Silber Strom sehr gut leitet und die dabei entstehenden Wirbelströme den Magneten bremsen. Kupfer bremst fast genauso stark, der Test schließt also nur schlecht leitende Fälschungen aus. Halten Sie starke Magnete von mechanischen Uhren, Bankkarten und Herzschrittmachern fern.

Wiegen und nachmessen

Bei Anlagemünzen und Barren sind Gewicht, Durchmesser und Dicke festgelegt. Die Prägestätten und Hersteller veröffentlichen diese Werte. Wiegen Sie das Stück auf der Feinwaage und messen Sie Durchmesser und Dicke mit einem Messschieber. Weichen Gewicht oder Maße deutlich ab, ist das ein ernstes Warnzeichen. Stimmen beide, ist das ein gutes Zeichen, aber kein Beweis: Wer einen Barren mit Wolframkern herstellt, bringt ihn gezielt auf das Sollgewicht.

Bei Schmuck hilft das Gewicht allein nicht, weil es kein Sollgewicht gibt. Hier kommt die Dichte ins Spiel.

Die Dichte bestimmen

Jedes Metall hat eine eigene Dichte, also ein Gewicht je Kubikzentimeter. Gold ist eines der dichtesten Metalle überhaupt. Die Dichte eines Stücks lässt sich mit einer Feinwaage und einem Glas Wasser bestimmen. Der Messbecher aus der Küche taugt dafür nicht: Ein Ring von fünf Gramm verdrängt weniger als einen halben Milliliter Wasser, das zeigt keine Skala an.

  1. Trocken wiegen. Wiegen Sie das Stück und notieren Sie das Gewicht.
  2. Wasser vorbereiten. Stellen Sie ein Glas mit Wasser auf die Waage und setzen Sie die Anzeige auf null.
  3. Eintauchen. Hängen Sie das Stück an einen dünnen Faden und tauchen Sie es ganz ins Wasser, ohne dass es Boden oder Wand berührt. Luftbläschen am Stück streifen Sie vorher ab.
  4. Ablesen. Die Waage zeigt jetzt das Gewicht des verdrängten Wassers. Ein Gramm Wasser entspricht einem Kubikzentimeter.
  5. Rechnen. Teilen Sie das Trockengewicht durch die abgelesene Zahl. Das Ergebnis ist die Dichte in Gramm je Kubikzentimeter.

Ein Rechenbeispiel mit angenommenen Werten: Ein Ring wiegt trocken 5,20 Gramm, beim Eintauchen zeigt die Waage 0,38 Gramm. 5,20 geteilt durch 0,38 ergibt rund 13,7 Gramm je Kubikzentimeter. Das passt zu 585er-Gold und schließt Messing, Kupfer und Silber aus.

Metall oder LegierungDichte in Gramm je Kubikzentimeter (Richtwert)
Platin, Schmuckqualität 950etwa 20,5 bis 21,5
Feingold 99919,3
Wolfram19,3
Gold 916 (22 Karat)etwa 17,5 bis 18
Gold 750 (18 Karat)etwa 15 bis 16, Weißgold auch etwas darunter oder darüber
Gold 585 (14 Karat)etwa 13 bis 14,5
Palladium, Schmuckqualität 950etwa 12
Gold 333 (8 Karat)etwa 11 bis 12
Blei11,3
Feinsilber 999 und Sterlingsilber 92510,5 und 10,4
Kupferrund 9
Messingetwa 8,4 bis 8,7

Die Werte für Legierungen sind Spannen, weil sie davon abhängen, welche Metalle dem Gold beigemischt sind. Die Dichte grenzt deshalb ein, sie ersetzt keine Prüfung des Feingehalts. Beachten Sie diese Grenzen:

  • Kleine Stücke. Ein Ring von 1,5 Gramm aus 585er-Gold verdrängt nur rund 0,11 Gramm Wasser. Eine Stelle mehr oder weniger in der Anzeige verschiebt das Ergebnis dann zwischen etwa 12,5 und 15. Unter zwei bis drei Gramm wird die Messung mit einer gewöhnlichen Feinwaage zu ungenau.
  • Steine, Lot und Hohlräume. Steine sind leichter als Gold und senken die Dichte. Hohlketten und hohle Armreifen schließen Luft ein und wirken dadurch leichter. Bei solchen Stücken ist die Messung nicht verwertbar.
  • Wolfram. Gold und Wolfram sind fast gleich dicht. Ein vergoldeter Wolframbarren besteht den Dichtetest. Dafür gibt es andere Verfahren, mehr dazu weiter unten.
  • Blei. Blei liegt im Bereich von 333er-Gold. Ein vergoldetes Stück mit Bleikern kann bei der Dichte wie niedriges Gold aussehen.

Besonders nützlich ist die Dichte bei weißen Stücken. Platin und Weißgold sehen sich sehr ähnlich, liegen aber weit auseinander: Platin bei über 20, Weißgold aus 750 bei etwa 15 bis 16. Ein schwerer weißer Ring, dessen Punze Sie nicht lesen können, lässt sich so gut einordnen. Für Palladium gilt das umgekehrt, es ist deutlich leichter als Weißgold.

Der Klangtest bei Münzen

Anlagemünzen aus Gold oder Silber klingen lang und hell, wenn man sie auf der Fingerspitze balanciert und mit einer zweiten Münze leicht anschlägt. Fälschungen aus anderen Metallen klingen oft kürzer und dumpfer. Das gelingt nur im Vergleich mit einer Münze, deren Echtheit feststeht, und braucht ein geübtes Ohr. Lassen Sie Münzen dafür nicht auf den Tisch fallen: Bei Sammlermünzen mindert schon ein kleiner Kratzer den Wert. Für Schmuck taugt der Test nicht.

Tests, die Sie lassen sollten

Im Netz kursieren Hausmittel, die entweder nichts zeigen oder Ihr Stück beschädigen:

  • Beißen. Zeigt nichts außer der Weichheit von reinem Gold, das in Schmuck kaum vorkommt. Hinterlässt Spuren.
  • Feuerzeug. Kurzes Erhitzen verändert auch viele unedle Metalle nicht sichtbar. Steine, Perlen und Beschichtungen können Schaden nehmen.
  • Essig, Bleiche, Haushaltsreiniger. Sagen über den Feingehalt nichts aus. Bleiche greift niedrige Goldlegierungen und Silber an.
  • Kratzen auf unglasierter Keramik. Hinterlässt einen Strich, der etwas über die Oberfläche verrät, aber Material abträgt und sichtbare Kratzer macht.
  • Prüfsäuren aus dem Internet und Anfeilen. Die Säuren sind ätzend, die Reaktion braucht Übung, und eine angefeilte Stelle mindert den Wert eines Schmuckstücks. Das gehört in geübte Hände.

Wie Ankäufer und Fachleute prüfen

Den Feingehalt bestimmen Fachleute mit einem der folgenden Verfahren. Welches zum Einsatz kommt, hängt von der Ware ab: Schmuck wird meist mit Strichprobe oder Röntgenfluoreszenz geprüft, Barren und Anlagemünzen zusätzlich mit Messgeräten, die ins Innere schauen, Altgold und Zahngold oft erst nach dem Schmelzen.

VerfahrenBleibt das Stück unversehrt?Wofür es sich eignetWo es an Grenzen stößt
Strichprobe mit Prüfstein und PrüfsäureFast: Ein winziger Abrieb bleibt auf dem SteinSchmuck, Altgold, Silber; trennt die üblichen FeingehaltsstufenPrüft nur die Oberfläche, dicke Goldschichten täuschen, wenn nicht tiefer angefeilt wird
Röntgen­fluoreszenz­analyse (RFA)JaSchmuck, Münzen, Barren; nennt die Anteile aller Metalle in SekundenMisst nur die obersten Tausendstel Millimeter, sieht keinen Kern
Elektronischer Gold­testerJa, ein Tropfen Kontaktgel bleibt kurz auf der OberflächeSchnelle Einordnung von Schmuck im LadenMisst an der Oberfläche, Genauigkeit je nach Gerät
Leitfähigkeits­messungJaBarren und AnlagemünzenBraucht Vergleichswerte für das jeweilige Produkt
UltraschallJaBarren, vor allem größereTeures Gerät, nur bei spezialisierten Händlern
Analyse nach dem SchmelzenNein, das Stück wird eingeschmolzenAltgold, Bruchgold, Zahngold, gemischte PostenNur sinnvoll, wenn das Stück ohnehin als Material verkauft wird

Die Strichprobe

Die Strichprobe ist das älteste Verfahren und in vielen Geschäften bis heute üblich. Der Prüfer streicht das Stück über einen schwarzen Prüfstein, meist aus Kieselschiefer, sodass ein feiner Metallstrich zurückbleibt. Daneben zieht er Striche mit Probiernadeln, deren Feingehalt bekannt ist. Dann trägt er Prüfsäuren unterschiedlicher Stärke auf, für höhere Feingehalte mit Salzsäure gemischt. Bleibt der Strich unter einer Säure stehen, die den Vergleichsstrich einer bestimmten Stufe ebenfalls stehen lässt, hat das Stück mindestens diesen Feingehalt. Löst er sich auf oder verfärbt sich, liegt der Gehalt darunter.

In geübten Händen trennt die Strichprobe zuverlässig die gängigen Stufen wie 333, 585 und 750. Eine Angabe auf das Tausendteil genau liefert sie nicht. Ihre wichtigste Schwäche: Sie prüft nur, was am Strich ankommt. Bei dick vergoldeter oder plattierter Ware feilt der Prüfer deshalb an einer unauffälligen Stelle eine kleine Kerbe, um das Metall darunter zu erreichen. Das ist üblich, verändert aber das Stück. Bestehen Sie darauf, vorher gefragt zu werden.

Die Röntgenfluoreszenzanalyse

Ein RFA-Gerät bestrahlt das Stück mit Röntgenstrahlen. Jedes Element sendet daraufhin eine eigene, typische Strahlung zurück, und das Gerät berechnet daraus in wenigen Sekunden, wie viel Gold, Silber, Kupfer, Zink, Palladium oder Nickel in der Oberfläche steckt. Das Stück bleibt unversehrt. Viele Ankäufer zeigen das Ergebnis auf dem Bildschirm oder drucken es aus. Bitten Sie darum.

Die Strahlung, die das Gerät auswertet, kommt nur aus den obersten Tausendstel Millimetern. Daraus folgen zwei Grenzen. Eine dicke Goldauflage, wie bei plattierter Ware oder Doublé, kann einen viel zu hohen Goldgehalt anzeigen. Und ein Barren mit Wolframkern unter einer ausreichend dicken Goldschicht erscheint als reines Gold. Auch eine Oberfläche, die bei der Herstellung chemisch behandelt wurde, kann etwas anders zusammengesetzt sein als das Innere. Bei Zweifeln misst ein sorgfältiger Prüfer an mehreren Stellen.

Elektronische Tester, Leitfähigkeit und Ultraschall

Kleine elektronische Goldtester messen über eine Prüfspitze und einen Tropfen Kontaktgel, wie die Oberfläche elektrochemisch reagiert, und zeigen eine Karatstufe an. Sie sind schnell und günstig, messen aber wie die Strichprobe nur außen und unterscheiden sich stark in der Genauigkeit.

Für Barren und Anlagemünzen nutzen Händler Verfahren, die ins Innere reichen. Leitfähigkeitsmessgeräte erzeugen mit einer Spule Wirbelströme im Metall und messen, wie gut es Strom leitet. Wolfram leitet weniger als halb so gut wie Gold, ein Fremdkern fällt deshalb auf, sofern das Gerät tief genug misst. Ultraschallgeräte senden Schallwellen durch einen Barren. Schall läuft durch Wolfram deutlich schneller als durch Gold, ein Kern aus anderem Material verändert deshalb die Laufzeit. Beide Verfahren lassen das Stück unversehrt.

Die Analyse nach dem Schmelzen

Wird Altgold als Material verkauft, schmilzt der Ankäufer oder sein Partnerbetrieb es ein, entnimmt eine Probe aus der Schmelze und analysiert sie. Als genaueste Methode für Gold gilt die Brandprobe, auch Kupellation genannt: Die Probe wird mit Blei und Silber in einem porösen Tiegel erhitzt, das Blei zieht die unedlen Metalle in den Tiegel, und nach dem Herauslösen des Silbers bleibt reines Gold zum Wiegen zurück. Das Verfahren ist international genormt (ISO 11426:2021). Daneben werden Proben mit Spektrometern analysiert.

Für Sie hat die Schmelzanalyse zwei Seiten. Sie liefert den genauesten Wert und bei gemischten Posten aus vielen kleinen Teilen oft den einzigen sinnvollen. Danach ist das Stück aber verloren, und eine Ablehnung bedeutet, dass Sie Metall statt Schmuck zurückbekommen. Klären Sie deshalb vor dem Schmelzen, was bei Ablehnung geschieht und was die Analyse kostet. Worauf Sie bei der Abrechnung nach dem Schmelzen achten, beschreibt der Ratgeber Zahngold verkaufen, denn dort ist dieses Verfahren die Regel. Wie viel der gemessene Gehalt bei Schmuck unter der Punze liegen darf, steht im Ratgeber Punzen lesen.

Barren und Anlagemünzen: worauf Händler achten

Anlagegold lässt sich am leichtesten verkaufen, wenn der Händler es ohne Aufwand einordnen kann. Er schaut auf Hersteller, Prägung, Seriennummer, Gewicht und Maße und misst bei Bedarf Leitfähigkeit oder Schall.

  • Bekannte Hersteller. Barren von Herstellern, deren Schmelzbetrieb auf der Good-Delivery-Liste der London Bullion Market Association steht, werden im Handel am leichtesten angenommen. Barren unbekannter Herkunft prüft ein Händler gründlicher und bewertet sie oft niedriger.
  • Verpackung und Zertifikat. Kleine Barren werden häufig versiegelt mit Prüfkarte verkauft. Rechnung, Verpackung und Zertifikat beweisen die Echtheit nicht, denn auch sie werden nachgemacht. Sie erleichtern aber die Prüfung. Manche Händler zahlen für Barren ohne Verpackung oder mit beschädigtem Siegel weniger. Öffnen Sie versiegelte Barren deshalb nicht ohne Grund.
  • Zerstörende Prüfung. Hat ein Händler bei einem Barren einen begründeten Verdacht, kann er ihn anbohren oder aufschneiden wollen. Ein angebohrter Barren ist auch dann, wenn er echt ist, nur noch Material und wird entsprechend abgerechnet. Das darf nur mit Ihrer ausdrücklichen Zustimmung geschehen, und vorher sollte geklärt sein, wer den Wertverlust trägt, wenn der Barren echt ist.
  • Sammlermünzen. Bei alten und seltenen Münzen gibt es Fälschungen, die aus echtem Gold bestehen. Ihr Materialwert stimmt, der Sammlerwert fehlt. Echtheit und Erhaltung beurteilt hier ein Münzhändler, kein Goldankauf.

Silber, Platin und Palladium

Die Verfahren sind dieselben, die Fallstricke andere. Silber ist nicht magnetisch, versilberte Ware und Legierungen wie Neusilber oder Alpaka sind es aber auch nicht. Bei Silber trennt die Dichte gut von Kupfer und Messing, die Strichprobe arbeitet mit eigenen Säuren. Für Barren und große Münzen gibt es neben dem Magneten auf der schrägen Fläche einen zweiten Hausversuch, den Eistest: Silber leitet Wärme besser als jedes andere Metall, ein Eiswürfel schmilzt darauf deshalb deutlich schneller als auf Edelstahl, Neusilber oder Messing. Kupfer leitet Wärme fast ebenso gut. Wie der Magnet auf der schrägen Fläche schließt der Eistest also nur schlecht leitende Fälschungen aus. Er braucht ein Vergleichsstück, dessen Echtheit feststeht, und bei Schmuck und dünnen Teilen zeigt er kaum etwas. Was Kennzeichen wie 90 oder EPNS auf Besteck bedeuten und woran Sie Neusilber, Alpaka und Hotelsilber erkennen, erklärt der Ratgeber Silber verkaufen.

Platin wird am häufigsten mit Weißgold verwechselt. Weil beide Metalle zu ganz unterschiedlichen Kursen gehandelt werden, lohnt die Unterscheidung in jedem Fall. Die Dichte hilft hier besonders, wie oben beschrieben, und Fachleute bestätigen das Ergebnis meist mit der RFA. Palladium ist leichter als Weißgold und wird im Schmuck seltener verwendet. Mehr dazu in den Beiträgen Wie man Platin prüft und Palladium prüfen.

Wenn das Ergebnis nicht zu Ihrer Erwartung passt

Am häufigsten kommt ein Ergebnis überraschend, weil ein Stück vergoldet ist, das man für massiv hielt. Es kommt aber auch vor, dass ein Ankäufer ein echtes Stück zu niedrig einstuft, aus Irrtum oder um den Preis zu drücken. Gehen Sie in beiden Fällen gleich vor:

  • Nach Methode und Messwert fragen. Lassen Sie sich zeigen, wie geprüft wurde und was herauskam, bei der RFA den Ausdruck oder den Bildschirm, bei der Strichprobe den Stein. Ein seriöser Ankäufer erklärt sein Ergebnis.
  • Mit der Punze vergleichen. Liegt das Ergebnis nur wenig unter dem Stempel, kann das zulässig sein. Liegt es eine ganze Stufe darunter, etwa bei 333 statt 585, ist entweder die Punze falsch oder die Prüfung.
  • Schriftlich festhalten lassen. Gewicht, Feingehalt, Methode und Angebot gehören auf das schriftliche Angebot. Dann können Sie es vergleichen.
  • Eine zweite Meinung einholen. Lassen Sie das Stück bei einem anderen Ankäufer, einem Juwelier oder Goldschmied prüfen. Verkaufen Sie nicht unter Druck am selben Tag.
  • Bei hohen Werten ein Gutachten erwägen. Öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige finden Sie im bundesweiten Sachverständigenverzeichnis der Industrie- und Handelskammern. Ein Gutachten kostet Geld und lohnt sich nur, wenn viel auf dem Spiel steht.

Woran Sie einen Ankäufer erkennen, der mit Prüfergebnissen fair umgeht, beschreibt der Ratgeber Seriösen Ankäufer erkennen.

Wenn sich ein Stück als unecht herausstellt

Ein Stück ohne Edelmetall hat keinen Materialwert, auch wenn es als Gold gekauft oder vererbt wurde. Haben Sie es selbst bei einem Händler als Gold gekauft, hat es einen Sachmangel (§ 434 BGB), und Sie können die Rechte aus § 437 BGB geltend machen, etwa Nacherfüllung, Rücktritt oder Minderung. Diese Ansprüche verjähren in der Regel zwei Jahre nach der Ablieferung (§ 438 Abs. 1 Nr. 3 und Abs. 2 BGB). Hat der Verkäufer den Mangel arglistig verschwiegen, gilt die regelmäßige, längere Verjährungsfrist (§ 438 Abs. 3 BGB). Auf einen vereinbarten Ausschluss der Mängelhaftung, wie er bei Käufen von Privatleuten üblich ist, kann sich ein Verkäufer in diesem Fall nicht berufen, ebenso wenig, wenn er eine Garantie für die Beschaffenheit übernommen hat (§ 444 BGB). Bei Verdacht auf vorsätzliche Täuschung können Sie Strafanzeige erstatten.

Umgekehrt gilt: Bieten Sie ein Stück, an dessen Echtheit Sie Zweifel haben, nicht selbst als echt an. Wer wissentlich falsches Gold als echt verkauft, riskiert ein Strafverfahren wegen Betrugs (§ 263 StGB). Legen Sie zweifelhafte Stücke beim Verkauf offen auf den Tisch und lassen Sie sie prüfen.

Quelle: Bürgerliches Gesetzbuch und Strafgesetzbuch in der Fassung auf gesetze-im-internet.de, abgerufen im Oktober 2026.

Vorprüfen vor dem Verkauf: die Reihenfolge

  1. Sortieren. Lesen Sie die Punzen und legen Sie die Stücke in Gruppen, wie im Ratgeber Punzen lesen beschrieben. Ungestempeltes und Zweifelhaftes kommt in eine eigene Gruppe.
  2. Abriebstellen ansehen. Mit der Lupe Kanten, Ösen und Verschlüsse prüfen und Verdächtiges markieren.
  3. Magnet. Alles, was deutlich anspringt, aus den Edelmetallgruppen nehmen. Verschlüsse dabei getrennt betrachten.
  4. Wiegen und messen. Jedes Stück wiegen, Münzen und Barren zusätzlich mit den Sollwerten vergleichen, bei größeren massiven Stücken die Dichte bestimmen.
  5. Notieren. Gewicht, Punze und Auffälligkeiten aufschreiben, Zeichen fotografieren. Nichts anfeilen, nichts mit Säure behandeln, nichts gewaltsam reinigen.
  6. Prüfen lassen. Beim Ankäufer in Ihrem Beisein, mit Angabe der Methode. Zerstörende Prüfungen nur mit Ihrer Zustimmung.
  7. Vergleichen. Das Ergebnis mit Ihrer Liste abgleichen und den Materialwert nachrechnen.

So gehen Sie jetzt vor

Legen Sie Lupe, Magnet und Feinwaage bereit und gehen Sie Ihre Stücke Gruppe für Gruppe durch. Was den Magneten anzieht oder an den Kanten anders schimmert, kommt zur Seite. Bei Münzen vergleichen Sie Gewicht und Maße mit den Angaben der Prägestätte, bei größeren Schmuckstücken und weißen Ringen bestimmen Sie die Dichte. Mit dieser Liste lassen Sie die Zweifelsfälle prüfen und achten darauf, dass Sie Methode und Ergebnis schriftlich bekommen. Den Materialwert rechnen Sie anschließend mit dem Rechner im Ratgeber Goldwert berechnen nach, den Ablauf des Verkaufs beschreibt der Ratgeber Gold verkaufen. Wie vergoldeter Schmuck aussieht, zeigt der Beitrag So erkennen Sie vergoldeten Schmuck.

◦ Häufige Fragen
Kann ich Gold zu Hause sicher auf Echtheit prüfen?
Sie können zu Hause Verdachtsfälle aussondern: mit Lupe, starkem Magneten, Feinwaage und einer Dichtemessung im Wasserglas. Diese Tests beschädigen nichts. Den genauen Feingehalt und einen Fremdkern erkennen sie nicht. Dafür braucht es eine Strichprobe, eine Röntgenfluoreszenzanalyse oder bei Barren Messgeräte für Leitfähigkeit oder Ultraschall.
Ist Gold magnetisch?
Nein. Gold, Silber, Platin und Palladium werden von einem Magneten nicht angezogen. Springt ein Stück an einen starken Magneten, ist es kein massives Edelmetall. Bleibt der Magnet ohne Wirkung, beweist das nichts, denn Messing, Kupfer, Blei, viele Edelstähle und Wolfram reagieren ebenfalls nicht. Verschlüsse enthalten oft eine Stahlfeder, die den Magneten anzieht.
Wie bestimme ich die Dichte eines Schmuckstücks?
Wiegen Sie das Stück trocken. Stellen Sie dann ein Glas Wasser auf die Feinwaage, setzen Sie die Anzeige auf null und tauchen Sie das Stück an einem Faden ganz ein, ohne Boden und Wand zu berühren. Die Anzeige entspricht dem Volumen in Kubikzentimetern. Trockengewicht geteilt durch diese Zahl ergibt die Dichte. Bei Stücken unter zwei bis drei Gramm, mit Steinen oder hohlen Teilen ist das Ergebnis nicht verwertbar.
Beschädigt die Strichprobe meinen Schmuck?
Kaum. Auf dem Prüfstein bleibt ein winziger Abrieb, die Säure kommt nur auf den Stein, nicht auf das Stück. Bei dick vergoldeter oder plattierter Ware feilt der Prüfer aber manchmal eine kleine Kerbe, um das Metall darunter zu erreichen. Das sollte nur mit Ihrer Zustimmung geschehen.
Wie zuverlässig ist ein Röntgenfluoreszenzgerät?
Bei gleichmäßig legiertem Schmuck liefert es in Sekunden und ohne Schaden die Anteile aller Metalle. Es misst aber nur die obersten Tausendstel Millimeter. Dicke Goldauflagen können einen zu hohen Goldgehalt vortäuschen, und einen Kern aus anderem Metall sieht das Gerät nicht.
Woran erkennt man einen Goldbarren mit Wolframkern?
Nicht an Gewicht und Dichte, denn Wolfram ist fast so dicht wie Gold. Händler prüfen verdächtige Barren mit Leitfähigkeitsmessung oder Ultraschall: Wolfram leitet Strom weniger als halb so gut wie Gold, und Schall läuft durch Wolfram deutlich schneller. Als letzter Schritt bleibt das Anbohren, das nur mit Zustimmung des Eigentümers erfolgen darf.
Was tue ich, wenn ein Ankäufer sagt, mein Gold sei nur vergoldet?
Lassen Sie sich Methode und Messwert zeigen und schriftlich geben. Passt das Ergebnis nicht zur Punze, holen Sie eine zweite Meinung bei einem anderen Ankäufer, Juwelier oder Goldschmied ein, bevor Sie verkaufen. Bei hohen Werten kommt ein öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger in Frage.
Wie unterscheide ich Platin von Weißgold?
Zuerst an der Punze: Platin trägt meist 950 mit Pt oder Plat, Weißgold eine Goldangabe wie 585 oder 750. Fehlt die Punze, hilft die Dichte: Platin liegt bei über 20 Gramm je Kubikzentimeter, Weißgold aus 750 bei etwa 15 bis 16. Fachleute bestätigen das mit der Röntgenfluoreszenzanalyse.