Ratgeber für den Verkauf von Edelmetall● Kein Ankauf, keine Vermittlung
Der Ratgeber · Stand Oktober 2026

Punzen lesen: Feingehalt, Karat und Stempel richtig deuten

Nach diesem Ratgeber lesen Sie die Zeichen auf Schmuck, Besteck und Münzen selbst, erkennen vergoldete Ware und wissen, was ein Stempel zusichert und was nicht.

Goldbarren mit Prägung, Gold- und Silbermünzen und eine Lupe auf schwarzem MarmorAI generated

Auf einen Blick

  • Eine Punze ist ein eingeschlagenes Zeichen. Die dreistellige Zahl darin nennt den Feingehalt in Tausendteilen: 585 heißt 585 Teile Gold von 1.000.
  • Karat sind Vierundzwanzigstel. 14 Karat entsprechen 585, 18 Karat 750, 24 Karat reinem Gold.
  • In Deutschland stempelt der Hersteller selbst, eine amtliche Prüfung gibt es nicht. Für die Richtigkeit haften Verkäufer und die Firma, für die gestempelt wurde (§ 7 FeinGehG).
  • Zeichen wie GP, HGE, RGP, GF, „Doublé“ oder „vergoldet“ bedeuten: Das Stück ist nicht aus massivem Gold. Eine Zahl wie 90 auf Besteck steht für eine Silberauflage, nicht für massives Silber.
  • Eine Punze ist eine Angabe, kein Beweis. Fehlt sie oder wirkt sie zweifelhaft, klärt eine Prüfung den Gehalt.
  • Für den Verkauf zählt der geprüfte Feingehalt. Lassen Sie sich Prüfmethode und Ergebnis nennen.

Auf fast jedem Stück aus Gold, Silber oder Platin steht irgendwo eine kleine Zahl oder ein Zeichen. Wer sie lesen kann, weiß vor dem ersten Gespräch mit einem Ankäufer, woraus sein Schmuck besteht, welcher Teil davon Edelmetall ist und ob ein Stück überhaupt massiv ist. Dieser Ratgeber erklärt die Zahlen, die Karatangaben, die deutsche Rechtslage, ausländische Prüfzeichen und die Stempel, hinter denen sich nur eine dünne Goldschicht verbirgt.

goldminister ist ein Ratgebermagazin. Wir prüfen und bewerten keine Einzelstücke. Ob ein Stück hält, was seine Punze verspricht, kann nur eine Prüfung am Stück zeigen.

Was eine Punze ist und wo Sie sie finden

Ursprünglich ist die Punze das Werkzeug: ein kleiner Stahlstempel, mit dem ein Zeichen ins Metall geschlagen wird. Heute meint das Wort meist das Zeichen selbst. Auf einem Stück können mehrere Zeichen stehen:

  • Feingehaltsangabe. Eine Zahl in Tausendteilen wie 585 oder 925, im Ausland oft eine Karatangabe wie 14K.
  • Herstellerzeichen. Name, Initialen oder eine Bildmarke der Firma, die das Stück hergestellt oder gestempelt hat.
  • Markenzeichen. Bei Schmuck bekannter Häuser der Name des Hauses, oft mit einer Seriennummer.
  • Amtliche Prüfzeichen. In Ländern mit staatlicher Prüfung, etwa Großbritannien oder Frankreich, ein Zeichen des Prüfamts.
  • Weitere Angaben. Jahresbuchstaben, Steingewichte, Größenangaben bei Ringen oder Hinweise wie „vergoldet“.

Die Zeichen sitzen meist an Stellen, die beim Tragen nicht auffallen:

StückWo die Punze meist sitzt
RingInnenseite der Ringschiene, oft an der Unterseite
Kette, ArmbandAm Verschluss, am Endstück oder an einem kleinen Plättchen neben dem Verschluss
Ohrstecker, OhrhängerAm Stift, am Bügel oder auf dem Verschluss
Anhänger, BroscheAn der Öse, auf der Rückseite oder an der Nadel
UhrInnen im Gehäusedeckel, manchmal außen am Gehäuseboden oder an der Schließe
Besteck, TafelgerätRückseite des Stiels, am Boden oder am Fußrand
Barren, AnlagemünzenIn der Prägung: Hersteller, Gewicht, Feingehalt, bei Barren eine Seriennummer

Sie brauchen dafür eine Lupe mit zehnfacher Vergrößerung und gutes Tageslicht. Viele Zeichen sind kleiner als ein Millimeter. Eine Handykamera mit Makrofunktion hilft, die Zeichen zu fotografieren und in Ruhe zu vergrößern. Reinigen Sie verschmutzte Stellen nur vorsichtig mit einem weichen Tuch, nicht mit Scheuermitteln oder spitzen Gegenständen.

Die Zahlen: Feingehalt in Tausendteilen

Die dreistellige Zahl gibt an, wie viele von 1.000 Gewichtsteilen der Legierung reines Edelmetall sind. Der Rest besteht aus anderen Metallen, die das weiche Gold oder Silber härter machen und seine Farbe bestimmen. In 10 Gramm 585er-Gold stecken also 5,85 Gramm reines Gold.

Gold

PunzeKaratGoldanteilWo Sie diese Punze häufig finden
3338 Karat33,3 ProzentEinfacher Gebrauchsschmuck aus Deutschland
3759 Karat37,5 ProzentSchmuck aus Großbritannien und Irland
41710 Karat41,7 ProzentSchmuck aus den USA
58514 Karat58,5 ProzentDer verbreitetste Feingehalt bei deutschem Schmuck
75018 Karat75,0 ProzentHochwertiger Schmuck, Uhren, viel Schmuck aus Italien und Frankreich
90090,0 ProzentÄltere Umlaufgoldmünzen, etwa die Reichsgoldmünzen des Kaiserreichs
91622 Karat91,6 ProzentAnlagemünzen wie der Krügerrand, Schmuck aus Indien und dem Nahen Osten
98698,6 ProzentDukatengold, etwa österreichische Dukaten
999 und 999,924 Karat99,9 und 99,99 ProzentBarren und viele Anlagemünzen

Die Punze 585 liegt knapp über dem rechnerischen Wert von 14 Karat (583,3 Tausendteile), und 916 ist die abgerundete Form von 22 Karat (916,7 Tausendteile). Wie Sie aus Punze und Gewicht den Wert berechnen, zeigt der Ratgeber Goldwert berechnen. Zu einzelnen Feingehalten gibt es eigene Beiträge, etwa zu 333er-Gold, 585er-Gold und 750er-Gold.

Silber, Platin und Palladium

Bei Silber begegnen Ihnen vor allem 800, 830, 835 und 925. 925 ist Sterlingsilber, 800 und 835 stehen oft auf älterem deutschem Besteck. Feinsilber für Barren und Münzen trägt 999. Wie Sie Silberpunzen im Einzelnen lesen und versilberte Ware erkennen, erklärt der Ratgeber Silber verkaufen.

Platin ist bei Schmuck meist mit 950 gestempelt, oft zusammen mit dem Kürzel Pt oder Plat, bei Schmuck aus Japan auch mit Pt900. Palladium trägt Kürzel wie Pd mit 500 oder 950. Das deutsche Feingehaltsgesetz regelt nur Gold und Silber. Für Platin und Palladium haben sich diese Angaben im Handel eingebürgert. Wie Sie Platin prüfen lassen, beschreibt der Beitrag Wie man Platin prüft.

Karat richtig lesen

Karat teilen das Gold in 24 Teile. 24 Karat sind reines Gold, 18 Karat bedeuten 18 von 24 Teilen, also 75 Prozent. So rechnen Sie um:

Tausendteile = Karat ÷ 24 × 1.000 und umgekehrt Karat = Tausendteile × 24 ÷ 1.000

Karatangaben stehen vor allem auf Stücken aus den USA, Großbritannien und Asien sowie auf älterem Schmuck. Geschrieben wird K, Kt oder Karat, etwa 14K, 18 Kt oder 750/18K. Stehen Karat und Tausendteile nebeneinander, meinen sie denselben Gehalt.

Eine Verwechslung kommt häufig vor: Bei Edelsteinen ist das Karat keine Anteilsangabe, sondern ein Gewicht. Ein Karat entspricht 0,2 Gramm, abgekürzt meist ct. Steht in einem Ring „0,25 ct“, hat der Stein 0,05 Gramm. Steht dort „18K“, besteht das Metall zu 75 Prozent aus Gold. Beides heißt Karat, meint aber völlig Verschiedenes.

Gelbgold, Rotgold, Weißgold

Die Farbe sagt nichts über den Feingehalt. Ein Ring aus 585er-Gold kann gelb, rötlich oder weiß sein, je nachdem, welche Metalle dem Gold beigemischt sind. Mehr Kupfer macht die Legierung rötlicher, mehr Silber heller, Palladium oder Nickel machen sie weiß. Weißgold ist eine Goldlegierung und wird als Gold gerechnet, nicht als Platin. Viele Stücke aus Weißgold sind zusätzlich mit Rhodium überzogen, das bei getragenen Stücken stellenweise abreibt. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag Goldlegierungen.

Was das deutsche Gesetz über Stempel sagt

In Deutschland gilt das Gesetz über den Feingehalt der Gold- und Silberwaren vom 16. Juli 1884, kurz FeinGehG. Es trat am 1. Januar 1888 in Kraft (§ 10 FeinGehG) und gilt in geänderter Fassung bis heute. Die wichtigsten Regeln für Sie:

  • Stempeln ist freiwillig. Gold- und Silberwaren dürfen in jedem Feingehalt hergestellt und verkauft werden. Wer aber einen Feingehalt angibt, muss sich an das Gesetz halten (§ 1 FeinGehG).
  • Schmuck darf jeden Feingehalt tragen. Schmuck aus Gold und Silber darf in jedem Feingehalt gestempelt werden, die Angabe erfolgt in Tausendteilen (§ 5 Abs. 1 FeinGehG). Deshalb gibt es 333er-Gold als Schmuck.
  • Geräte erst ab einer Mindestgrenze. Bei goldenen und silbernen Geräten wie Besteck, Dosen oder Tafelgerät darf ein Feingehalt nur angegeben werden, wenn er bei Gold mindestens 585 und bei Silber mindestens 800 Tausendteile beträgt (§ 2 Abs. 1 FeinGehG).
  • Kleine Abweichungen sind erlaubt. Bei Schmuck darf der tatsächliche Gehalt höchstens zehn Tausendteile unter der Angabe liegen, gemessen am ganz eingeschmolzenen Stück (§ 5 Abs. 2 FeinGehG). Bei Geräten sind es höchstens fünf Tausendteile bei Gold und acht bei Silber (§ 2 Abs. 2 FeinGehG).
  • Ausländische Ware. Trägt eingeführte Ware eine Feingehaltsangabe, die nicht den deutschen Vorschriften entspricht, darf sie in Deutschland nur verkauft werden, wenn sie zusätzlich einen Stempel nach deutschem Recht trägt (§ 6 FeinGehG).
  • Haftung. Für die Richtigkeit der Angabe haftet der Verkäufer. Wurde in Deutschland gestempelt, haftet außerdem der Inhaber der Firma, für die gestempelt wurde (§ 7 FeinGehG).
  • Gefüllte Ware. Ware, die mit anderen Metallen ausgefüllt ist oder mit der Verstärkungen aus anderem Metall fest metallisch verbunden sind, darf keine Feingehaltsangabe tragen (§ 8 Abs. 1 und 2 FeinGehG). Sichtbare Teile aus anderem Metall, die der Verzierung oder der Mechanik dienen, etwa eine Stahlfeder im Verschluss, bleiben bei der Berechnung des Feingehalts außer Betracht (§ 8 Abs. 3 FeinGehG).
  • Verstöße. Wer unzulässige Feingehaltsangaben anbringt oder Ware mit gesetzwidriger Bezeichnung feilhält, handelt ordnungswidrig. Die Geldbuße beträgt bis zu 5.000 Euro, die Gegenstände können eingezogen werden (§ 9 Abs. 1, 3 und 4 FeinGehG).

Eine amtliche Prüfstelle, die jedes Stück vor dem Verkauf kontrolliert, sieht das deutsche Gesetz nicht vor. Die Punze ist deshalb eine Zusicherung des Herstellers, kein amtliches Prüfergebnis. Weil falsche Angaben eine Ordnungswidrigkeit sind und Verkäufer haften, ist sie bei Ware aus dem deutschen Fachhandel trotzdem ein verlässlicher Hinweis.

Sonne, Halbmond und Krone

Für Geräte schreibt das Gesetz einen Stempel vor, der den Feingehalt in Tausendteilen und die Firma ausweist (§ 3 FeinGehG). Seine Form legte eine Bekanntmachung vom 7. Januar 1886 fest: Bei Gold steht die Reichskrone in einer Sonne, bei Silber neben einem Halbmond, jeweils mit Feingehaltszahl und Firmenzeichen. Auf Schmuck darf dieses Zeichen nicht angebracht werden (§ 5 Abs. 3 FeinGehG). Sie finden Halbmond und Krone deshalb auf Besteck und Tafelsilber, nicht auf Ringen oder Ketten. Was Silber aus der Zeit vor 1888 trägt, etwa Stadtmarken und Lotangaben, erklärt der Ratgeber Silber verkaufen.

Quelle: Gesetz über den Feingehalt der Gold- und Silberwaren und Bekanntmachung betreffend die Bestimmung der Form des Stempelzeichens, in der Fassung auf gesetze-im-internet.de, abgerufen im Oktober 2026.

Herstellerzeichen, Marken und Meisterzeichen

Neben der Zahl steht oft ein Zeichen der Firma: Buchstaben, ein Name oder ein kleines Bild. Es verrät, wer das Stück hergestellt oder gestempelt hat, und hilft, es zeitlich einzuordnen. Für deutsche Schmuck- und Silberwaren gibt es Nachschlagewerke und Sammlungen von Herstellerzeichen, viele davon zu den traditionellen Zentren wie Pforzheim, Schwäbisch Gmünd und Hanau.

Bei Markenschmuck steht meist der Name des Hauses, oft mit einer Seriennummer. Das kann den Wert weit über den Goldwert heben, beweist aber für sich genommen nichts: Fälschungen tragen ebenfalls Markenstempel, und gerade die bekanntesten Namen werden am häufigsten nachgeahmt. Bei Markenschmuck zählen deshalb Etui, Zertifikat und Rechnung. Wie Sie Marken- und Designerschmuck verkaufen, beschreibt der Ratgeber Schmuck verkaufen.

Ältere Stücke tragen manchmal das Meisterzeichen eines Gold- oder Silberschmieds, bei sehr alten Stücken auch eine Stadtmarke. Solche Zeichen sind ein Hinweis auf Alter und Herkunft und damit auf einen möglichen Sammlerwert. Lassen Sie Stücke mit alten Meisterzeichen von einem Fachmann ansehen, bevor Sie sie als Altgold oder Altsilber abgeben.

Amtliche Prüfzeichen aus anderen Ländern

Anders als Deutschland prüfen manche Länder Edelmetallwaren amtlich und schlagen ein Zeichen des Prüfamts ein. Die wichtigsten, die Ihnen in Schubladen und Nachlässen begegnen:

  • Großbritannien. Das britische Prüfzeichen, der Hallmark, besteht aus dem Verantwortlichkeitszeichen des Herstellers, der Feingehaltszahl und dem Zeichen eines der Prüfämter: Leopardenkopf für London, Anker für Birmingham, Rose für Sheffield, Burg für Edinburgh. Hinzu kommen oft traditionelle Zeichen, etwa eine Krone bei Gold oder ein schreitender Löwe bei Sterlingsilber, und ein Jahresbuchstabe, der das Jahr der Prüfung verrät. Seit 1999 ist der Jahresbuchstabe freiwillig.
  • Frankreich. Gold mit 750 Tausendteilen trägt seit 1838 einen kleinen Adlerkopf, Silber einen Minervakopf.
  • Italien. Italienischer Schmuck trägt neben der Feingehaltszahl ein Kennzeichen aus einem Stern, der Nummer des Herstellers und dem Kürzel seiner Provinz.
  • Gemeinsames Prüfzeichen. Staaten, die dem Wiener Übereinkommen über die Prüfung und Bezeichnung von Edelmetallgegenständen von 1972 beigetreten sind, können ein gemeinsames Zeichen vergeben: eine Waage, darin die Feingehaltszahl. Es wird in allen Mitgliedsstaaten anerkannt.
  • USA. Dort gibt es keine amtliche Prüfung. Üblich sind Karatangaben wie 10K oder 14K, meist zusammen mit dem Zeichen des Herstellers.

Ein amtliches Prüfzeichen ist ein starker Hinweis auf Echtheit, aber auch Prüfzeichen werden gefälscht, vor allem bei wertvollen alten Stücken. Ein Fachmann erkennt Fälschungen an Form, Schlagtiefe und Anordnung der Zeichen.

Vergoldet, plattiert, gefüllt: Stempel ohne massives Gold

Viele Stücke sehen aus wie Gold, tragen auch eine Zahl wie 14K oder 18K und sind trotzdem nicht aus massivem Gold. Entscheidend ist das Kürzel daneben.

StempelWas er bedeutetWas das Stück enthält
GP, 18K GP, vergoldetVergoldet (gold plated): eine dünne, meist galvanisch aufgebrachte GoldschichtKaum Gold, der Wert liegt im Grundmetall oder im Design
HGE, HGPDick vergoldet (heavy gold electroplate), galvanischMehr Gold als bei GP, aber ebenfalls nur eine Schicht
GF, 1/20 12K GFGoldplattiert (gold filled): eine mechanisch aufgewalzte Goldschicht. 1/20 bedeutet, dass die Schicht ein Zwanzigstel des Gewichts ausmachtBei 1/20 12K stecken 2,5 Prozent des Gewichts als Feingold im Stück
RGP, RGGoldplattiert (rolled gold plate), meist mit dünnerer Schicht als GFNoch weniger Gold als bei GF
Doublé, GolddoubléDeutsche Bezeichnung für Ware mit aufgewalzter GoldauflageEine Goldschicht über unedlem Metall
925 mit vergoldeter Oberfläche, VermeilVergoldetes SilberSilber mit Goldschicht, als Silber zu rechnen
EP, EPNS, Alpaka, NeusilberVersilbert oder silberähnliche Legierung ohne SilberKein oder fast kein Silber
90, 100, 120 auf BesteckGramm Silberauflage auf 24 Quadratdezimeter OberflächeVersilbert, kein massives Silber

Ein Rechenbeispiel zeigt, wie wenig in plattierter Ware steckt. Ein Armband mit dem Stempel „1/20 12K GF“ wiegt 20 Gramm. Die Goldschicht wiegt ein Zwanzigstel davon, also 1 Gramm, und besteht aus 12-karätigem Gold, also zur Hälfte aus Feingold. Im ganzen Armband stecken damit 0,5 Gramm Feingold. Im Ankauf bringt solche Ware meist wenig oder nichts, weil sich die Trennung kaum lohnt. Wie Sie vergoldeten Schmuck erkennen, vertieft der Beitrag So erkennen Sie vergoldeten Schmuck.

Hohle Leuchter, Messergriffe und manche Armreifen sind mit Kitt oder Harz gefüllt, damit sie stabil sind. Die Füllung wiegt mit, ist aber kein Edelmetall. Solche Stücke tragen manchmal den Hinweis „gefüllt“. Rechnen Sie bei ihnen nicht mit dem Gesamtgewicht.

Woran Sie zweifelhafte Stempel erkennen

Die meisten Punzen stimmen. Die folgenden Anzeichen sind aber ein Grund, ein Stück genauer prüfen zu lassen, bevor Sie mit seinem Goldwert rechnen:

  • Abgeriebene Stellen in anderer Farbe. Schimmert an Kanten, Verschlüssen oder Auflageflächen ein rötliches, gräuliches oder messingfarbenes Metall durch, ist das Stück vermutlich vergoldet.
  • Ein Magnet zieht. Gold, Silber und Platin sind nicht magnetisch. Zieht ein Magnet das Stück an, steckt Eisen, Stahl oder Nickel darin. Umgekehrt beweist ein nicht magnetisches Stück nichts, denn auch Messing und Kupfer reagieren nicht.
  • Unpassende Kombinationen. „24K“ auf filigranem, hartem Modeschmuck, eine Feingehaltszahl ohne jedes weitere Zeichen auf billig wirkender Ware oder Stempel, die nicht zum Herkunftsland passen.
  • Auffällige Schlagbilder. Unscharfe, schiefe oder ungewöhnlich tiefe Zeichen, ein frischer Stempel auf einem sonst stark abgetragenen Stück.
  • Gewicht und Maße. Bei Anlagemünzen und Barren sind Gewicht, Durchmesser und Dicke festgelegt. Weicht eine Münze auf der Feinwaage deutlich ab, ist Vorsicht geboten. Das richtige Gewicht beweist allerdings noch keine Echtheit: Wolfram hat fast dieselbe Dichte wie Gold, rund 19,3 Gramm je Kubikzentimeter, und wird deshalb für Fälschungen verwendet.

Wenn die Punze fehlt

Ein Stück ohne Punze ist nicht automatisch unecht. In Deutschland ist das Stempeln freiwillig (§ 1 FeinGehG). Punzen fehlen häufig bei sehr altem oder handgefertigtem Schmuck, bei Einzelanfertigungen, bei sehr kleinen Teilen und bei Ringen, die geweitet oder verkleinert wurden, weil dabei die Stelle mit der Punze herausgeschnitten werden kann. Zahngold trägt nie eine Punze. Werfen Sie ungestempelte Stücke nicht weg und verkaufen Sie sie nicht ungeprüft als Modeschmuck.

Punze und Prüfergebnis vergleichen

Zu Hause können Sie sortieren und Verdachtsfälle aussondern. Den genauen Feingehalt bestimmt erst eine Prüfung mit Fachgerät oder Fachwissen, im Geschäft meist eine Strichprobe oder eine Röntgenfluoreszenzanalyse. Welche Tests Sie selbst machen können, ohne ein Stück zu beschädigen, wie die Verfahren der Ankäufer arbeiten und wo sie an Grenzen stoßen, erklärt der Ratgeber Echtheit prüfen.

Für die Punze heißt das: Bitten Sie darum, dass die Prüfung vor Ihren Augen stattfindet, und lassen Sie sich Methode und Ergebnis nennen, am besten schriftlich auf dem Angebot. Legen Sie das Ergebnis neben den Stempel. Eine Abweichung von wenigen Tausendteilen nach unten ist bei Schmuck zulässig, eine ganz andere Legierung nicht.

Was die Punze für Ihren Verkauf bedeutet

Die Punze ist die wichtigste Zahl, die Sie vor dem Verkauf selbst ermitteln können. Mit ihr sortieren Sie Ihre Stücke, berechnen den Materialwert und prüfen, ob ein Ankäufer mit dem richtigen Feingehalt rechnet.

  1. Sortieren. Legen Sie die Stücke nach Punze in Gruppen: 333, 585, 750 und so weiter, dazu eine Gruppe für Silber, eine für Vergoldetes und eine für ungestempelte Stücke.
  2. Notieren. Schreiben Sie zu jedem Stück Punze, Herstellerzeichen und Besonderheiten auf, fotografieren Sie die Zeichen.
  3. Aussondern. Markenschmuck, Stücke mit alten Meister- oder Prüfzeichen und Münzen legen Sie zur Seite. Bei ihnen kann der Wert über dem Material liegen.
  4. Wiegen und rechnen. Wiegen Sie jede Gruppe und berechnen Sie den Materialwert mit dem Rechner im Ratgeber Goldwert berechnen.
  5. Prüfen lassen. Lassen Sie ungestempelte und zweifelhafte Stücke beim Ankäufer prüfen und das Ergebnis schriftlich festhalten.
  6. Vergleichen. Prüfen Sie bei jedem Angebot, ob der Ankäufer mit demselben Feingehalt rechnet wie Sie.

Wie Sie Schmuck vor dem Verkauf sinnvoll ordnen, zeigt auch der Beitrag Effizientes Sortieren von Schmuck. Welcher Kurs hinter einem Angebot steckt, erklärt der Ratgeber Goldpreis verstehen, woran Sie einen seriösen Ankäufer erkennen, der Ratgeber Seriösen Ankäufer erkennen.

So gehen Sie jetzt vor

Nehmen Sie eine Lupe, suchen Sie an jedem Stück die Punze und notieren Sie, was Sie finden. Sortieren Sie nach Feingehalt und sondern Sie Vergoldetes, Markenschmuck, alte Stücke und Münzen aus. Wiegen Sie die Gruppen und rechnen Sie den Materialwert aus. Lassen Sie alles, was keine oder eine zweifelhafte Punze trägt, prüfen, bevor Sie es verkaufen oder aussortieren. Mit diesen Notizen gehen Sie in jedes Gespräch mit einem Ankäufer und erkennen sofort, ob er mit denselben Zahlen rechnet wie Sie. Den Ablauf des Verkaufs selbst beschreibt der Ratgeber Gold verkaufen.

◦ Häufige Fragen
Was bedeutet die Zahl 585 in meinem Ring?
585 ist der Feingehalt in Tausendteilen: Von 1.000 Gewichtsteilen sind 585 reines Gold, das entspricht 14 Karat. Ein Ring von 4 Gramm enthält also 2,34 Gramm Feingold. Der Rest der Legierung besteht aus Metallen wie Kupfer, Silber oder Palladium.
Was ist der Unterschied zwischen 333er- und 750er-Gold?
333er-Gold besteht zu 33,3 Prozent aus Gold und entspricht 8 Karat, 750er-Gold zu 75 Prozent und entspricht 18 Karat. Bei gleichem Gewicht enthält ein Stück aus 750er-Gold also mehr als doppelt so viel Gold wie eines aus 333er-Gold.
Ist Schmuck ohne Stempel unecht?
Nicht unbedingt. In Deutschland ist das Stempeln freiwillig (§ 1 FeinGehG). Punzen fehlen oft bei altem oder handgefertigtem Schmuck, bei sehr kleinen Teilen und bei Ringen, deren Größe geändert wurde. Zahngold trägt nie eine Punze. Lassen Sie ungestempelte Stücke prüfen, bevor Sie sie aussortieren.
Was bedeutet GP oder 18K GP?
GP steht für gold plated, also vergoldet. Das Stück hat nur eine dünne Goldschicht über einem anderen Metall, die Zahl 18K beschreibt nur diese Schicht. Ähnlich zu lesen sind HGE, RGP, GF und Doublé. Im Ankauf bringt solche Ware meist wenig oder nichts.
Wer prüft in Deutschland, ob eine Punze stimmt?
Eine amtliche Prüfung vor dem Verkauf gibt es nicht, der Hersteller stempelt selbst. Für die Richtigkeit haften der Verkäufer und die Firma, für die gestempelt wurde (§ 7 FeinGehG). Falsche Angaben sind eine Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße bis zu 5.000 Euro (§ 9 FeinGehG).
Was bedeuten Halbmond und Krone auf Besteck?
Das Zeichen kennzeichnet silberne Geräte nach dem deutschen Feingehaltsgesetz, zusammen mit der Feingehaltszahl, die bei diesem Zeichen mindestens 800 beträgt, und dem Zeichen der Firma. Goldene Geräte tragen entsprechend eine Krone in einer Sonne. Auf Schmuck darf dieses Zeichen nicht stehen (§ 5 Abs. 3 FeinGehG).
Was ist der Unterschied zwischen 18K und 0,18 ct?
18K bezeichnet das Metall: 18 von 24 Teilen sind Gold, also 75 Prozent. ct ist bei Edelsteinen eine Gewichtseinheit, ein Karat entspricht 0,2 Gramm. 0,18 ct beschreibt also einen Stein von 0,036 Gramm.
Wie genau muss der Feingehalt mit der Punze übereinstimmen?
Bei Schmuck darf der tatsächliche Gehalt höchstens zehn Tausendteile unter der Angabe liegen, gemessen am ganz eingeschmolzenen Stück (§ 5 Abs. 2 FeinGehG). Bei goldenen Geräten sind es fünf, bei silbernen acht Tausendteile (§ 2 Abs. 2 FeinGehG).