Ratgeber für den Verkauf von Edelmetall● Kein Ankauf, keine Vermittlung
Der Ratgeber · Stand Oktober 2026

Goldwert berechnen: Formel, Rechner und Beispiele

Nach diesem Ratgeber berechnen Sie den Materialwert von Schmuck, Münzen und Barren selbst und sehen auf einen Blick, wie viel Prozent davon ein Angebot ausmacht.

Goldschmuck auf einer Waage in einem JuweliergeschäftAI generated

Auf einen Blick

  • Der Materialwert von Gold ist Gewicht in Gramm mal Feingehalt mal Kurs je Gramm Feingold.
  • Eine Feinunze wiegt 31,1035 Gramm, und wer einen Unzenkurs in Euro durch diese Zahl teilt, erhält den Kurs je Gramm.
  • Die Punze nennt den Feingehalt in Tausendteilen, in 10 Gramm 585er-Gold stecken also 5,85 Gramm Feingold.
  • Bei Goldmünzen rechnen Sie mit dem Gesamtgewicht und dem Feingehalt der Münze oder direkt mit dem Feingewicht laut Prägung, nie mit dem Gesamtgewicht allein.
  • Wenn Sie jedes Angebot als Prozent des Materialwerts ausdrücken, werden unterschiedlich aufgebaute Angebote vergleichbar.
  • Steine, Sammlerwert und Markenwert erfasst kein Rechner, sie müssen gesondert beurteilt werden.

Mit dem Rechner auf dieser Seite ermitteln Sie in einer Minute, wie viel Feingold in Ihrem Schmuck, Ihren Münzen oder Barren steckt und was dieses Gold zu einem Kurs Ihrer Wahl wert ist. Den Kurs tragen Sie selbst ein. Der Rechner rechnet nur in Ihrem Browser und überträgt keine Eingaben.

Rechner: Materialwert und Angebot prüfen

Feinmetallnoch offen
Materialwertnoch offen
Angebot in Prozentnoch offen

Der Rechner rechnet nur in Ihrem Browser, es wird nichts gesendet oder gespeichert. Steine, Lot, Stahlteile, Sammler- und Markenwert berücksichtigt er nicht. Den Kurs je Gramm erhalten Sie, indem Sie den Unzenkurs in Euro durch 31,1035 teilen.

So nutzen Sie den Rechner

Der Rechner hat fünf Felder. Vier davon füllen Sie aus, das fünfte ist freiwillig.

  • Metall. Wählen Sie Gold, Silber oder Platin. Weißgold ist eine Goldlegierung und wird als Gold berechnet.
  • Feingehalt laut Punze. Wählen Sie die Zahl, die im Stück gestempelt ist, zum Beispiel 333, 585 oder 750. Fehlt die Punze, lassen Sie den Feingehalt zuerst prüfen. Bis dahin bleibt jede Rechnung eine Annahme.
  • Gewicht in Gramm. Tragen Sie das Gewicht ohne Steine, Perlen und Teile aus anderem Metall ein. Wie Sie zu Hause richtig wiegen, steht weiter unten.
  • Kurs je Gramm Feinmetall in Euro. Den Kurs geben Sie selbst ein, aus einer Quelle Ihrer Wahl. Kennen Sie nur den Preis je Feinunze, teilen Sie ihn durch 31,1035.
  • Angebot des Ankäufers in Euro. Dieses Feld ist freiwillig. Liegt Ihnen ein Angebot vor, tragen Sie den Betrag ein.

Der Rechner zeigt Ihnen dann den Feinmetallanteil in Gramm, den reinen Materialwert in Euro und, wenn Sie ein Angebot eingetragen haben, wie viel Prozent des Materialwerts dieses Angebot ausmacht. Haben Sie Stücke mit verschiedenen Punzen, rechnen Sie jede Gruppe einzeln und addieren die Ergebnisse. Der Rechner ist nur so genau wie Ihre Eingaben: Ein falsch abgelesener Feingehalt oder ein Gewicht mit Steinen verfälscht das Ergebnis. Ihre Eingaben bleiben auf Ihrem Gerät, es wird nichts gesendet.

Ein kurzes Beispiel für die Bedienung, wieder mit der Annahme von 100 Euro je Gramm Feingold: Sie wählen Gold, die Punze 585, tragen 18,40 Gramm und den Kurs von 100 Euro ein und geben ein Angebot von 950 Euro an. Der Rechner zeigt 10,764 Gramm Feingold, einen Materialwert von 1.076,40 Euro und ein Angebot von 88,3 Prozent des Materialwerts. Mit diesen drei Zahlen gehen Sie in jedes weitere Gespräch.

Die Formel Schritt für Schritt

Hinter dem Rechner steht eine einfache Rechnung, die Sie auch mit Stift und Papier nachvollziehen können:

Materialwert = Gewicht in Gramm × Feingehalt × Kurs je Gramm Feingold

  1. Gewicht bestimmen. Wiegen Sie das Stück auf einer Feinwaage und ziehen Sie das Gewicht von Steinen und Fremdteilen ab. Beispiel: ein Armband ohne Steine mit 12,50 Gramm.
  2. Feingehalt ablesen. Lesen Sie die Punze und teilen Sie die Zahl durch 1.000. Aus 333 wird 0,333, aus 585 wird 0,585, aus 750 wird 0,75. Das Armband trägt die Punze 333.
  3. Feingoldanteil berechnen. Multiplizieren Sie Gewicht und Feingehalt: 12,50 × 0,333 = 4,1625 Gramm Feingold.
  4. Kurs je Gramm festlegen. Notieren Sie den Kurs je Gramm Feingold mit Datum und Uhrzeit. Annahme für dieses Rechenbeispiel: 100 Euro je Gramm Feingold. Der echte Kurs schwankt börsentäglich.
  5. Materialwert berechnen. Multiplizieren Sie den Feingoldanteil mit dem Kurs: 4,1625 × 100 = 416,25 Euro.
  6. Gruppen addieren. Haben Sie Stücke mit verschiedenen Feingehalten, rechnen Sie jede Gruppe für sich und zählen die Materialwerte am Ende zusammen.

Runden Sie erst am Schluss. Wer schon den Feingoldanteil des Armbands auf 4,2 Gramm rundet, landet bei 420 Euro statt 416,25 Euro, und bei mehreren Stücken summieren sich solche Rundungen. Wenn Sie lieber mit Karat rechnen: Karat geteilt durch 24 ergibt ebenfalls den Feingehalt als Dezimalzahl, 14 Karat sind 14 ÷ 24 = 0,583. Für gestempelte Ware ist die Punze die genauere Angabe, weil 585 etwas mehr ist als 14 Vierundzwanzigstel.

Vom Unzenkurs zum Grammpreis

Der Goldpreis wird international je Feinunze angegeben. Eine Feinunze, auch Troy-Unze genannt, wiegt 31,1034768 Gramm, im Alltag gerundet 31,1035 Gramm. Sie ist nicht mit der im englischsprachigen Raum üblichen Gewichtsunze für Lebensmittel zu verwechseln, die rund 28,35 Gramm wiegt. Wer die beiden verwechselt, rechnet mit einem falschen Grammpreis. So rechnen Sie einen Unzenkurs in einen Grammkurs um:

Kurs je Gramm = Kurs je Feinunze ÷ 31,1035

Annahme für dieses Rechenbeispiel: 3.110,35 Euro je Feinunze. 3.110,35 ÷ 31,1035 = 100,00 Euro je Gramm Feingold. Mit genau dieser Annahme rechnen alle Beispiele auf dieser Seite. Sie ist kein aktueller Kurs, der echte Kurs schwankt börsentäglich.

Häufig wird der Goldpreis in US-Dollar je Feinunze genannt. Dann rechnen Sie zuerst in Euro um, indem Sie durch den Wechselkurs in Dollar je Euro teilen. Annahme: 3.576,90 Dollar je Feinunze und ein Wechselkurs von 1,15 Dollar je Euro. 3.576,90 ÷ 1,15 = 3.110,35 Euro je Feinunze, und geteilt durch 31,1035 ergibt das wieder 100,00 Euro je Gramm.

Welchen Kurs Sie verwenden, ist weniger wichtig, als dass Sie für alle Vergleiche denselben verwenden. An der Börse werden Geldkurs und Briefkurs genannt. Der Geldkurs ist der Preis, zu dem Käufer zu kaufen bereit sind, der Briefkurs der Preis, zu dem Verkäufer abgeben. Wer verkauft, orientiert sich am Geldkurs. Händler nennen außerdem eigene Ankaufskurse, in denen ihr Abzug oft schon enthalten ist. Fragen Sie in diesem Fall, ob sich der Kurs auf Feingold bezieht oder auf eine bestimmte Legierung. Notieren Sie Quelle, Datum und Uhrzeit Ihres Kurses, damit Sie später wissen, womit Sie gerechnet haben. Woher der Kurs kommt, was ihn bewegt und warum es mehrere Goldpreise gibt, erklärt der Ratgeber Goldpreis verstehen.

Karat, Promille und Feingoldanteil

Ob ein Stück mit Karat oder mit Tausendteilen gekennzeichnet ist, hängt von Herkunft und Alter ab. Deutsche Punzen nennen Tausendteile, ältere oder ausländische Stücke oft Karat, etwa „14K“ oder „18 kt“. Die Umrechnung ist einfach: Promille = Karat ÷ 24 × 1.000. Umgekehrt gilt Karat = Promille × 24 ÷ 1.000.

KaratPromille laut PunzeFeingoldanteilFeingold in 10 Gramm
8 Karat33333,3 Prozent3,33 Gramm
9 Karat37537,5 Prozent3,75 Gramm
14 Karat58558,5 Prozent5,85 Gramm
18 Karat75075,0 Prozent7,50 Gramm
22 Karat916 (genau 916,7)91,6 Prozent9,16 Gramm
24 Karat99999,9 Prozent9,99 Gramm

Die letzte Spalte zeigt, wie viel Feingold in 10 Gramm der jeweiligen Legierung steckt. Mit ihr prüfen Sie Angebote schnell auf Plausibilität: Zehn Gramm 333er-Gold enthalten nur ein Drittel so viel Feingold wie zehn Gramm reines Gold. Neben diesen Feingehalten begegnen Ihnen 900 bei älteren Umlaufgoldmünzen und 999,9 bei Barren und vielen Anlagemünzen. Zu den einzelnen Feingehalten gibt es eigene Beiträge mit Hintergründen: 333er-Gold, 375er-Gold, 585er-Gold, 750er-Gold, 916er-Gold und 999er-Gold. Die Umrechnung zwischen Karat und Goldwert vertieft der Beitrag Von Karat zu Goldwert, alle Stempel und Zeichen der Ratgeber Punzen lesen.

Verwechseln Sie das Karat beim Gold nicht mit dem Karat bei Edelsteinen. Beim Gold beschreibt es den Anteil, bei Steinen ist es eine Gewichtseinheit: Ein Karat entspricht 0,2 Gramm. Ein Brillant von 0,5 Karat wiegt also 0,1 Gramm.

Rechenbeispiele für Schmuck, Münzen und Barren

Alle Beispiele beruhen auf der Annahme von 100 Euro je Gramm Feingold. Das ist kein aktueller Kurs. Setzen Sie für Ihre eigene Rechnung den Kurs des Tages ein.

Schmuck aus einer Schublade

Eine Kette mit der Punze 585 wiegt 18,40 Gramm. Ein Armband mit der Punze 333 wiegt 12,50 Gramm. Ein Ring mit der Punze 750 wiegt mit Stein 5,30 Gramm; laut Zertifikat hat der Stein 0,75 Karat, also 0,15 Gramm. Für den Ring zählen damit 5,15 Gramm Gold.

StückGoldgewichtFeingehaltFeingoldMaterialwert
Kette18,40 g58510,764 g1.076,40 Euro
Armband12,50 g3334,1625 g416,25 Euro
Ring ohne Stein5,15 g7503,8625 g386,25 Euro
Zusammen36,05 g18,789 g1.878,90 Euro

Der Materialwert der drei Stücke beträgt 1.878,90 Euro. Der Stein ist darin nicht enthalten. Ob er einen eigenen Wert hat, hängt von Art und Qualität ab und lässt sich nicht nach Gewicht berechnen.

Goldmünzen: das Feingewicht laut Prägung

Bei Münzen ist das Gesamtgewicht, auch Rauhgewicht genannt, nicht das Goldgewicht. Der Krügerrand zu einer Unze enthält genau eine Feinunze Feingold, also 31,1035 Gramm. Weil er aus einer Legierung mit 916,7 Tausendteilen Gold und dem Rest Kupfer besteht, wiegt er insgesamt rund 33,93 Gramm. Die Probe: 33,93 × 0,9167 = 31,10 Gramm Feingold. Der Materialwert beträgt bei der Annahme 31,1035 × 100 = 3.110,35 Euro.

Ein häufiger Fehler ist, das Rauhgewicht mit dem Feingoldkurs zu multiplizieren: 33,93 × 100 = 3.393 Euro. Diese Rechnung liegt um 282,65 Euro zu hoch, weil sie das Kupfer wie Gold behandelt. Im Rechner tragen Sie deshalb das Rauhgewicht ein und wählen den Feingehalt der Münze. Kleine Abweichungen zur Prägeangabe entstehen nur durch die Rundung des Feingehalts.

Ältere Umlaufgoldmünzen wurden oft mit 900 Tausendteilen geprägt. Ein 20-Mark-Stück des Kaiserreichs wiegt 7,965 Gramm und enthält 7,965 × 0,900 = 7,1685 Gramm Feingold, bei der Annahme also 716,85 Euro Materialwert. Bei Münzen kann der Sammlerwert über dem Materialwert liegen, etwa bei seltenen Jahrgängen, bestimmten Prägestätten oder besonders guter Erhaltung. Ein Rechner kennt diesen Wert nicht. Geben Sie Münzen deshalb nicht als Altgold ab, ohne den Sammlerwert prüfen zu lassen.

Barren: Gewicht und Feingehalt stehen darauf

Barren tragen Gewicht und Feingehalt als Prägung, meist 999,9. Ein Barren zu 50 Gramm enthält 50 × 0,9999 = 49,995 Gramm Feingold, bei der Annahme 4.999,50 Euro. Für Barren nennen Händler in der Regel einen eigenen Ankaufspreis je Produkt, der sich eng am Kurs orientiert. Zertifikat und unversehrte Verpackung erleichtern den Verkauf.

Vom Materialwert zum Angebot: Prozent statt Bauchgefühl

Der Materialwert ist keine Auszahlung, sondern eine Messlatte. Ein Ankäufer muss das Gold einschmelzen und scheiden lassen, trägt Kosten und Kursrisiko und will verdienen. Wie sich diese Abzüge zusammensetzen, erklärt der Beitrag Der Ankaufspreis von Gold. Der sogenannte Schmelzwert meint nichts anderes als den Materialwert, den dieser Ratgeber berechnet. Für Sie entscheidend ist ein Maß, mit dem Sie Angebote vergleichen können:

Angebot in Prozent = Angebot in Euro ÷ Materialwert in Euro × 100

Der Rechner zeigt Ihnen diese Zahl, sobald Sie ein Angebot eintragen. Das Prozentmaß macht Angebote vergleichbar, die ganz unterschiedlich formuliert sind. Ein Beispiel mit der Kette von oben: 18,40 Gramm, Punze 585, Materialwert bei der Annahme 1.076,40 Euro. Die drei Angebote sind frei gewählte Zahlen und dienen nur der Rechnung.

AnkäuferSo lautet das AngebotUmgerechnet in EuroAnteil am Materialwert
A950 Euro für die Kette950,00 Euro88,3 Prozent
B52 Euro je Gramm Kette18,40 × 52 = 956,80 Euro88,9 Prozent
C90 Euro je Gramm Feingold10,764 × 90 = 968,76 Euro90,0 Prozent

Auf den ersten Blick wirkt Angebot C mit 90 Euro weit besser als Angebot B mit 52 Euro. Tatsächlich liegen alle drei nah beieinander, und zwischen dem schwächsten und dem besten Angebot liegen 18,76 Euro. Umgekehrt kann ein hoher Grammpreis täuschen, wenn der Ankäufer mit einem niedrigeren Gewicht oder Feingehalt rechnet als Sie. Prüfen Sie deshalb immer zuerst die Grundlage und erst dann die Summe.

Für Altgold, das ohnehin eingeschmolzen wird, ist der Vergleich in Prozent der ehrlichste. Bei Anlagegold vergleichen Sie besser die Ankaufspreise je Produkt. Bei Marken- und Steinschmuck reicht der Prozentvergleich nicht, weil dort der Wiederverkaufswert zählt. Wie sich der Wert von Altgold insgesamt zusammensetzt, beschreibt der Beitrag Der Wert von Altgold. Ein Angebot ist nur vergleichbar, wenn es diese Angaben enthält:

  • Gewicht je Stück oder Gruppe, ermittelt auf einer geeichten Waage
  • angesetzter Feingehalt und die Art der Prüfung
  • verwendeter Kurs je Gramm Feingold mit Datum und Uhrzeit
  • Abzüge in Euro mit kurzer Begründung
  • Endbetrag und Art der Auszahlung
  • Gültigkeit des Angebots und Kosten im Fall einer Ablehnung

Was kein Rechner wissen kann

Ein Rechner multipliziert drei Zahlen. Alles, was nicht in diesen drei Zahlen steckt, müssen Sie selbst berücksichtigen.

  • Steine und Perlen. Sie wiegen mit, sind aber kein Gold. Tragen Sie nur das Goldgewicht ein. Ob ein Stein einen eigenen Wert hat, beurteilt ein Fachmann.
  • Hohlware. Hohl gearbeitete Ketten, Creolen und Armreifen wirken massiv, wiegen aber wenig. Der Rechner rechnet mit dem gewogenen Gewicht richtig, falsch ist nur die Erwartung nach Augenmaß.
  • Stahlfedern und Fremdteile. In Federringen und Karabinerverschlüssen steckt eine kleine Stahlfeder, an manchen Ohrsteckern sitzen Verschlüsse aus anderem Metall. Bei schweren Stücken fällt das kaum ins Gewicht, bei kleinen Stücken schon. Ankäufer ziehen solche Teile ab.
  • Lot. Lötstellen bestehen aus Goldlot, dessen Zusammensetzung vom übrigen Stück abweichen kann. Ein gestempeltes Schmuckstück muss den angegebenen Feingehalt im Ganzen einhalten, also mit dem Lot. Das Gesetz erlaubt dabei eine Abweichung von höchstens zehn Tausendteilen nach unten, gemessen am ganz eingeschmolzenen Stück (§ 5 Abs. 2 FeinGehG). Eine Analyse nach dem Einschmelzen kann deshalb knapp unter der Punze liegen.
  • Vergoldet, Doublé, gefüllt. Vergoldete und goldplattierte Stücke haben nur eine dünne Goldschicht über einem anderen Metall. Stempel wie GP, RGP, GF, „Doublé“ oder „1/20 14K“ weisen darauf hin. Vergoldetes Silber trägt oft die Silberpunze 925, rechnen Sie es als Silber. Gefüllte Stücke enthalten Füllmasse, die mitgewogen wird.
  • Sammlerwert. Seltene Münzen, besondere Jahrgänge und sehr gute Erhaltung können einen Wert über dem Gold begründen.
  • Markenwert und Machart. Schmuck bekannter Häuser, Antikschmuck und gute Handarbeit können über dem Materialwert verkauft werden. Wie Sie solchen Wert erkennen, beschreibt der Beitrag Berechnung des Schmuckwerts, den Verkauf der Ratgeber Schmuck verkaufen.
  • Zahngold. Kronen und Brücken tragen keine Punze und bestehen oft aus Legierungen mit Platin, Palladium und Silber. Ihr Gehalt lässt sich nur durch eine Analyse bestimmen, und Zahnreste oder Keramik wiegen mit. Wie Sie den Wert von Zahngold überschlagen, zeigt der Beitrag Berechnung des Werts von Zahngold, den Verkauf behandelt der Ratgeber Zahngold verkaufen.

Sechs Rechenfehler, die zu falschen Erwartungen führen

Die Formel ist einfach, die Fehlerquellen liegen in den Zahlen, die man hineinsteckt. Diese sechs Verwechslungen begegnen in der Praxis immer wieder. Jede davon lässt ein faires Angebot zu niedrig oder ein schwaches Angebot zu gut aussehen.

  • Feingoldpreis auf Legierung angewendet. Wirbt jemand mit einem Preis je Gramm, ist damit meist Feingold gemeint. Für 585er-Gold gilt dieser Preis nur auf 58,5 Prozent des Gewichts. Wer den beworbenen Grammpreis mit dem Gewicht seiner Kette multipliziert, erwartet rund 70 Prozent mehr, als das Gold wert ist (1 ÷ 0,585 = 1,71).
  • Gesamtgewicht statt Feingewicht. Bei Münzen und bei Schmuck gilt dasselbe: Das Gesamtgewicht enthält Kupfer, Silber und andere Metalle. Ohne den Feingehalt in der Rechnung ist jedes Ergebnis zu hoch.
  • Karat verwechselt. Ein Ring mit „0,25 ct“ hat einen Stein von 0,05 Gramm, nicht 0,25 Gramm Gold. Ein Ring mit „18K“ besteht dagegen zu 75 Prozent aus Feingold. Beides heißt Karat, meint aber völlig Verschiedenes.
  • Dollar und Euro vermischt. Ein Unzenpreis in Dollar, durch 31,1035 geteilt, ergibt einen Grammpreis in Dollar. Erst die Umrechnung mit dem Wechselkurs macht daraus Euro.
  • Kurse aus verschiedenen Zeiten verglichen. Ein Angebot vom Vormittag lässt sich nicht fair an einem Kurs vom Abend messen. Rechnen Sie ein Angebot immer mit dem Kurs nach, der zum Zeitpunkt des Angebots galt.
  • Zu früh gerundet. Wer Zwischenergebnisse rundet, verschiebt das Ergebnis. Bei einem einzelnen Ring sind das Cent, bei einem ganzen Nachlass können es spürbare Beträge sein.

Wenn ein Angebot Ihnen ungewöhnlich hoch oder ungewöhnlich niedrig vorkommt, prüfen Sie zuerst diese sechs Punkte, bevor Sie dem Ankäufer Absicht unterstellen. Liegt die Abweichung trotzdem nicht in Ihrer Rechnung, fragen Sie nach Gewicht, Feingehalt und Kurs, die der Ankäufer verwendet hat. Ein seriöser Ankäufer kann jede dieser Zahlen nennen.

Richtig wiegen zu Hause

Das Gewicht ist die Zahl, die Sie am leichtesten selbst bestimmen können, und zugleich die, bei der kleine Fehler viel ausmachen. Eine Küchenwaage, die in ganzen Gramm anzeigt, kann bei einem Ring von 4 Gramm um ein halbes Gramm danebenliegen. Das sind mehr als zehn Prozent des Gewichts.

  • Feinwaage verwenden. Eine digitale Feinwaage mit einer Anzeige auf 0,01 Gramm genügt für Schmuck und Münzen. Achten Sie auf eine Höchstlast, die zu Ihren Stücken passt.
  • Waage prüfen. Stellen Sie die Waage auf eine feste, ebene Fläche ohne Zugluft, lassen Sie sie kurz eingeschaltet und prüfen Sie sie mit einem Prüfgewicht, wenn eines beiliegt. Ohne Last muss die Anzeige auf null stehen.
  • Einzeln wiegen. Wiegen Sie jedes Stück für sich und notieren Sie das Gewicht. So erkennen Sie später, ob ein Ankäufer bei einem bestimmten Stück abweicht.
  • Steine abziehen. Steht das Steingewicht auf einem Zertifikat oder ist es eingraviert, rechnen Sie es von Karat in Gramm um (1 Karat = 0,2 Gramm) und ziehen es ab. Ist es unbekannt, ist Ihr Ergebnis mit Stein nur eine obere Grenze.
  • Steine nie als Gold zählen. Auch kleine Steine, Perlen, Emaille oder Kunststoffteile gehören nicht ins Goldgewicht.
  • So wiegen, wie Sie abgeben. Wiegen Sie Ketten mit Verschluss, so wie Sie sie verkaufen wollen. Entfernen Sie Anhänger, die Sie behalten möchten, vorher.

Ihre Haushaltswaage dient der Orientierung. Beim Ankauf gilt die Waage des Händlers: Wer Gold nach Gewicht ankauft, muss eine geeichte Waage verwenden (§ 37 Abs. 1 in Verbindung mit § 31 Abs. 2 Nr. 3 MessEG). Kleine Abweichungen von einigen Hundertstel Gramm sind normal. Weicht das Gewicht deutlich von Ihrer Messung ab, bitten Sie darum, noch einmal zu wiegen, und schauen Sie selbst auf die Anzeige.

Bei Münzen und Barren hilft die Waage zusätzlich bei der Echtheitsprüfung. Für jede Anlagemünze sind Gesamtgewicht, Durchmesser und Dicke festgelegt, beim Krügerrand zu einer Unze zum Beispiel rund 33,93 Gramm. Weicht eine Münze auf der Feinwaage deutlich davon ab, ist das ein Grund, sie vor dem Verkauf genauer prüfen zu lassen. Umgekehrt beweist das richtige Gewicht allein noch keine Echtheit, denn Fälschungen werden gezielt auf das Sollgewicht gebracht. Wiegen ist deshalb ein erster Filter, keine Prüfung.

Wann sich ein Gutachten lohnt

Für gewöhnliches Altgold brauchen Sie kein Gutachten. Gewicht, Punze und Kurs reichen, und die Prüfung beim Ankäufer klärt den Feingehalt. Ein Gutachten lohnt sich dort, wo der Wert nicht im Material liegt oder wo Sie ihn gegenüber Dritten belegen müssen:

  • Schmuck bekannter Marken oder Juweliere, bei dem Echtheit und Modell den Preis bestimmen
  • Antik- und Jugendstilschmuck, bei dem Epoche und Machart zählen
  • Stücke mit größeren Diamanten oder Farbsteinen, deren Qualität nur ein Fachmann bestimmen kann
  • Münzsammlungen, bei denen Jahrgänge, Prägestätten und Erhaltung den Wert prägen
  • Nachlässe, die unter mehreren Erben gerecht aufgeteilt oder für die Erbschaftsteuer bewertet werden müssen

Ein gutes Gutachten beschreibt das Stück genau: Material und Feingehalt, Steine mit Gewicht, Farbe, Reinheit und Schliff, Herstellerzeichen und Zustand. Am Ende steht ein Wert, und dabei kommt es darauf an, welcher Wert gemeint ist. Ein Versicherungsgutachten nennt den Wiederbeschaffungswert, also was ein gleichwertiges Stück im Handel kosten würde. Für einen Verkauf ist diese Zahl keine Orientierung, denn sie enthält Handelsspanne und Umsatzsteuer eines Neukaufs. Für den Verkauf aussagekräftig ist ein Verkehrs- oder Marktwert.

Unabhängigkeit ist wichtiger als ein schönes Siegel. Wer begutachtet und anschließend selbst ankaufen will, hat einen Interessenkonflikt. Öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige müssen ihre besondere Sachkunde nachweisen und werden von den nach Landesrecht zuständigen Stellen bestellt, in der Regel von Industrie- und Handelskammern oder Handwerkskammern (§ 36 GewO). Fragen Sie vorab nach den Kosten und danach, wofür das Gutachten verwendet werden kann.

Ein Gutachten hat auch Grenzen. Es beschreibt den Wert zu einem Stichtag und garantiert keinen Verkaufspreis. Kurse ändern sich, und was ein Händler am Ende zahlt, hängt auch von Nachfrage und Zustand ab. Für große Mengen gemischten oder ungestempelten Altgolds, etwa aus einer Werkstattauflösung oder bei Zahngold, ersetzt eine Analyse nach dem Einschmelzen das Gutachten: Sie bestimmt den tatsächlichen Gehalt an Gold und anderen Edelmetallen genauer als jede Prüfung am Stück. Fragen Sie in diesem Fall, ob Sie das Analyseergebnis schriftlich erhalten, bevor Sie dem Ankauf zustimmen.

Wie Sie seriöse Bewerter und Ankäufer auseinanderhalten, erklärt der Ratgeber Seriösen Ankäufer erkennen. Was bei Erbschaften zusätzlich gilt, behandelt der Ratgeber Erbe und Nachlass verkaufen.

Silber und Platin mit demselben Rechner

Der Rechner kann neben Gold auch Silber und Platin. Die Formel ist dieselbe, nur Punzen und Kurse sind andere.

Silber

Silber begegnet Ihnen vor allem mit den Punzen 800, 835, 925 und 999. 925 ist Sterlingsilber, 800 und 835 finden sich häufig auf älterem Besteck und Tafelsilber. Zahlen wie 90 oder 100 auf Besteck bezeichnen dagegen keine Legierung, sondern die Menge der aufgetragenen Silberauflage; das Feingehaltsgesetz nimmt diesen Zahlenstempel auf versilbertem Besteck und Tafelgerät ausdrücklich von seinen Stempelverboten aus (§ 9 Abs. 2 FeinGehG). Rechnen Sie versilberte Ware nicht als Silber. Messer bestehen meist aus einer Stahlklinge und einem hohlen, gefüllten Griff. Lassen Sie sie bei Ihrer Rechnung zunächst weg, ebenso gefüllte Leuchter.

Annahme für dieses Rechenbeispiel: 1 Euro je Gramm Feinsilber. Der echte Kurs schwankt börsentäglich. Gabeln und Löffel mit der Punze 800 wiegen zusammen 1.200 Gramm: 1.200 × 0,800 = 960 Gramm Feinsilber, Materialwert 960 Euro. Mehr zur Rechnung lesen Sie im Beitrag Berechnung des Silberwerts, zum Verkauf im Ratgeber Silber verkaufen.

Platin

Platin ist bei Schmuck meist mit 950 gestempelt, oft zusammen mit dem Kürzel Pt. Es wird leicht mit Weißgold verwechselt, das eine Goldlegierung ist und als Gold mit 585 oder 750 gerechnet wird. Annahme für dieses Rechenbeispiel: 30 Euro je Gramm Feinplatin. Ein Ring mit der Punze 950 wiegt 8,00 Gramm: 8,00 × 0,950 = 7,60 Gramm Feinplatin, Materialwert 228 Euro. Auch hier gilt: Der echte Kurs schwankt börsentäglich, und Platin wird wie Gold je Feinunze notiert.

So gehen Sie jetzt vor

Sortieren Sie Ihre Stücke nach Punze, wiegen Sie jedes einzeln und ziehen Sie Steine ab. Tragen Sie die Gruppen nacheinander in den Rechner ein, mit dem Kurs des Tages, und notieren Sie die Materialwerte. Holen Sie dann schriftliche Angebote ein und lassen Sie den Rechner ausrechnen, wie viel Prozent des Materialwerts jedes Angebot ausmacht. Wie Sie den Verkauf selbst vorbereiten und einen Ankäufer auswählen, beschreibt der Ratgeber Gold verkaufen.

◦ Häufige Fragen
Wie berechne ich den Wert von 585er-Gold?
Multiplizieren Sie das Gewicht in Gramm mit 0,585 und das Ergebnis mit dem Kurs je Gramm Feingold. Eine Kette von 10 Gramm enthält so 5,85 Gramm Feingold. Mit dem Rechner auf dieser Seite geht das in einem Schritt.
Wie rechne ich den Goldpreis je Unze in einen Preis je Gramm um?
Teilen Sie den Preis je Feinunze in Euro durch 31,1035, denn so viele Gramm wiegt eine Feinunze. Wird der Preis in US-Dollar angegeben, teilen Sie ihn zuerst durch den Wechselkurs in Dollar je Euro.
Wie viel Gold steckt in einem Krügerrand?
Der Krügerrand zu einer Unze enthält eine Feinunze Feingold, also 31,1035 Gramm. Er wiegt insgesamt rund 33,93 Gramm, weil er aus einer Legierung mit 916,7 Tausendteilen Gold und dem Rest Kupfer besteht. Multiplizieren Sie deshalb nicht das Gesamtgewicht mit dem Goldkurs.
Was bedeutet die Zahl 750 in meinem Ring?
750 ist der Feingehalt in Tausendteilen: Der Ring besteht zu 75 Prozent aus Feingold, das entspricht 18 Karat. Ein Ring von 4 Gramm enthält also 3 Gramm Feingold.
Muss ich Steine vom Gewicht abziehen?
Ja. Steine wiegen mit, sind aber kein Gold. Ein Karat Steingewicht entspricht 0,2 Gramm; steht das Gewicht auf einem Zertifikat, ziehen Sie es ab. Ist es unbekannt, ist Ihr Ergebnis nur eine obere Grenze.
Warum liegt das Angebot unter dem berechneten Goldwert?
Der Rechner zeigt den reinen Materialwert. Ein Ankäufer zieht Kosten für Schmelzen, Scheiden und Analyse sowie seine Handelsspanne ab. Tragen Sie das Angebot in den Rechner ein, dann sehen Sie, wie viel Prozent des Materialwerts es ausmacht, und können mehrere Angebote vergleichen.
Werden meine Eingaben im Rechner gespeichert oder gesendet?
Nein. Der Rechner rechnet nur in Ihrem Browser, und Ihre Eingaben werden nicht übertragen. Den Kurs tragen Sie selbst ein.
Kann ich mit dem Rechner auch Silber und Platin berechnen?
Ja. Wählen Sie das Metall, den Feingehalt laut Punze, das Gewicht und den Kurs je Gramm Feinsilber oder Feinplatin. Die Rechnung folgt derselben Formel wie bei Gold.