Ratgeber für den Verkauf von Edelmetall● Kein Ankauf, keine Vermittlung
Der Ratgeber · Stand Oktober 2026

Silber verkaufen: Punzen lesen, Wert berechnen, richtig verkaufen

Nach diesem Ratgeber erkennen Sie massives Silber an der Punze, berechnen den Materialwert von Besteck, Münzen und Barren selbst und wissen, welcher Verkaufsweg zu welchem Stück passt.

Silberbarren, Silbermünzen und Silberbesteck auf MarmorAI generated

Auf einen Blick

  • Massives Silber erkennen Sie an einer Feingehaltszahl wie 800, 835, 925 oder 999, während Zahlen wie 90 oder 100 auf Besteck nur die Stärke einer Silberauflage angeben.
  • Den Materialwert rechnen Sie selbst aus: Gewicht mal Feingehalt ergibt das Feinsilber, Feinsilber mal Tageskurs ergibt den Materialwert.
  • Weil ein Gramm Silber wenig kostet, entscheiden die Menge und ein sauberes Sortieren nach Feingehalt über den Erlös.
  • Die beim Kauf von Silberbarren bezahlte Umsatzsteuer kommt beim Verkauf an einen Händler nicht zurück, und Gewinne innerhalb eines Jahres nach dem Kauf können nach § 23 EStG steuerpflichtig sein.
  • Arbeiten bekannter Silberschmiede, Jugendstilstücke und seltene Münzen sollten Sie einem Fachhändler oder Auktionshaus zeigen, bevor Sie sie nach Gewicht verkaufen.

Silber liegt in vielen Haushalten verstreut: das Besteck im Holzkasten von der Hochzeit der Großeltern, ein paar Gedenkmünzen in der Schublade, Ketten und Ringe aus mehreren Jahrzehnten, ein Pokal aus dem Vereinsleben. Wer das alles verkaufen möchte, steht vor drei Fragen. Was davon ist wirklich Silber? Was ist es wert? Und wer zahlt dafür einen fairen Preis?

Dieser Ratgeber beantwortet die Fragen der Reihe nach. Sie lernen, Punzen zu lesen, massives von versilbertem Material zu unterscheiden, den Materialwert selbst auszurechnen und Stücke mit Sammlerwert vom Schmelzgut zu trennen. goldminister ist ein Ratgebermagazin: Die Redaktion kauft nichts an, vermittelt keine Ankäufer und bewertet keine Einzelstücke. Alle Zahlen in den Rechenbeispielen sind ausdrücklich Annahmen, damit Sie den Rechenweg nachvollziehen können.

Welche Silberwaren es gibt und wie sie bewertet werden

Ein Ankäufer fragt sich bei jedem Stück zweierlei: Wie viel reines Silber steckt darin, und zahlt jemand mehr als den Metallwert dafür? Je nach Antwort wird ein Stück nach Gewicht bewertet oder als Gegenstand mit eigenem Wiederverkaufswert.

Besteck und Tafelsilber

Massives Silberbesteck ist in deutschen Haushalten der häufigste Posten. Meist trägt es die Punze 800, seltener 835 oder 925. Bewertet wird es in der Regel nach Gewicht und Feingehalt. Einen Aufschlag auf den Materialwert kann es geben, wenn ein Besteck vollständig ist, ein gesuchtes Muster hat und gut erhalten ist, denn dann lässt es sich als Gebrauchsbesteck oder als Ergänzung für Besitzer desselben Musters weiterverkaufen. Einzelteile, verbogene Gabeln und Teile mit fremden Monogrammen gehen dagegen fast immer nach Gewicht. Zum Tafelsilber gehören außerdem Platten, Schalen, Kannen, Zuckerdosen und Brotkörbe. Wie Sie beides vorbereiten, beschreiben die Beiträge zum Verkauf von Silberbesteck und zum Verkauf von Tafelsilber.

Ein Sonderfall sind Messer. Bei den meisten Silbermessern ist nur der Griff aus Silber, die Klinge besteht aus Stahl. Der Griff ist zudem oft hohl und mit einer Kittmasse gefüllt. Auf der Waage bringt ein solches Messer viel Gewicht, der Silberanteil ist aber gering. Ankäufer rechnen bei Messern deshalb nur einen Teil des Gewichts als Silber an. Wiegen Sie Messer zu Hause getrennt von Gabeln und Löffeln.

Silberschmuck

Ringe, Ketten, Armbänder und Anhänger aus Silber tragen meist die Punze 925, ältere Stücke auch 835 oder 800. Der Materialwert eines einzelnen Schmuckstücks ist klein, weil Silberschmuck leicht ist. Für den Wiederverkauf interessant wird er, wenn er von einer bekannten Marke stammt oder aus einer gesuchten Epoche kommt, etwa dem Jugendstil oder dem skandinavischen Design der Nachkriegszeit. Gängiger Alltagsschmuck geht in der Regel nach Gewicht, Steine und Emaille werden dabei herausgerechnet. Auf die Eigenheiten der einzelnen Schmuckarten gehen die Beiträge zu Silberringen, Silberketten, Silberarmbändern und Silberanhängern ein. Liegen in der Schatulle auch Gold, Steine und Modeschmuck, hilft der Ratgeber Schmuck verkaufen beim Sortieren.

Münzen und Barren

Silbermünzen und Silberbarren sind die übersichtlichsten Posten, weil Feingehalt und Gewicht eingeprägt oder aus Katalogen bekannt sind. Anlagemünzen und Barren werden im Ankauf eng am Silberkurs bewertet. Gedenk- und Sammlermünzen haben je nach Ausgabe nur ihren Metallwert oder einen Sammlerwert darüber.

Pokale, Leuchter und Hohlware

Als Hohlware bezeichnet der Handel Gefäße und Gerät mit Hohlraum: Becher, Pokale, Kannen, Vasen, Dosen und Leuchter. Leuchter und manche Pokale sind im Fuß mit Kitt, Gips, Harz oder Blei beschwert, damit sie sicher stehen. Andere haben Glaseinsätze, Holzgriffe oder Sockel aus Stein oder Holz. Viele Sportpokale und Ehrenpreise sind ohnehin nur versilbert. Bei Hohlware gilt deshalb die Reihenfolge: erst Fremdteile erkennen, dann wiegen, dann rechnen. Ein sorgfältiger Prüfer spricht eine Füllung von sich aus an und erklärt, wie er das reine Silbergewicht ermittelt.

Massiv oder versilbert: so lesen Sie die Punzen

Die wichtigste Auskunft steht auf dem Stück selbst. Bei Besteck sitzt die Punze meist auf der Rückseite des Stiels, bei Ringen auf der Innenseite, bei Ketten am Verschluss, bei Hohlware am Boden oder am Fußrand. Mit einer Lupe in zehnfacher Vergrößerung und gutem Tageslicht lesen Sie die meisten Zeichen ohne Mühe.

Eine dreistellige Zahl gibt den Feingehalt in Tausendteilen an. 925 bedeutet: Von 1.000 Teilen der Legierung sind 925 Teile reines Silber, der Rest ist meist Kupfer, das das weiche Silber härter macht. Für silberne Geräte wie Besteck und Tafelgerät erlaubt das deutsche Gesetz über den Feingehalt der Gold- und Silberwaren eine Feingehaltsangabe erst ab 800 Tausendteilen (§ 2). Schmuck darf in jedem Feingehalt gestempelt werden, die Angabe muss aber in Tausendteilen erfolgen (§ 5). Eine amtliche Prüfung vor dem Stempeln gibt es in Deutschland nicht: Für die Richtigkeit haften der Verkäufer und die Firma, für die gestempelt wurde (§ 7). Wie die Legierungen zusammengesetzt sind, erklärt der Beitrag über Silberlegierungen, Stempel auf Gold, Silber und Platin im Überblick der Ratgeber Punzen lesen.

PunzeFeinsilberanteilTypische Gegenstände
80080,0 ProzentDeutsches Besteck und Tafelgerät, ab 1888 oft zusammen mit Halbmond und Krone
83083,0 ProzentBesteck, Gerät und Schmuck aus Skandinavien
83583,5 ProzentBesteck, kleines Gerät und Schmuck aus Deutschland und mehreren Nachbarländern, vor allem aus dem 20. Jahrhundert
90090,0 ProzentÄltere Silbermünzen, etwa die Markstücke des Kaiserreichs, vereinzelt auch Besteck und Gerät
92592,5 ProzentSterlingsilber: heutiger Silberschmuck, britisches und internationales Tafelsilber, neuere Gedenkmünzen
99999,9 ProzentFeinsilber: Barren, Anlagemünzen, Medaillen

Was die Zahlen 90 und 100 auf Besteck bedeuten

Steht auf einem Besteckteil eine Zahl wie 90, 100, 120 oder 150, ist das Stück versilbert und nicht massiv. Die Zahl gibt die Menge Feinsilber in Gramm an, die auf eine Fläche von 24 Quadratdezimetern aufgebracht wurde. Diese Fläche entspricht ungefähr der Oberfläche von zwölf Tafellöffeln und zwölf Tafelgabeln. Ein Besteck mit der Zahl 90 trägt also auf zwei Dutzend großen Teilen zusammen grob 90 Gramm Silber, verteilt als dünne Schicht. Das Feingehaltsgesetz nimmt versilberte Bestecke und Tafelgeräte mit einem solchen Zahlenstempel ausdrücklich von seinen Stempelverboten aus (§ 9 Abs. 2). Die Zahl beschreibt also die Stärke der Auflage, nicht den Feingehalt. Darunter liegt ein unedles Grundmetall, meist Neusilber, Messing oder bei neueren Stücken Edelstahl. Wie groß der Unterschied zum massiven Besteck ist, zeigt das Rechenbeispiel weiter unten.

Halbmond, Krone und Herstellerzeichen

Auf deutschem Silbergerät aus der Zeit nach 1888 finden Sie häufig ein Zeichen aus Halbmond und Krone neben der Feingehaltszahl. Grundlage ist das Reichsgesetz über den Feingehalt der Gold- und Silberwaren vom 16. Juli 1884, das am 1. Januar 1888 in Kraft trat und im Kern bis heute gilt. Der Halbmond steht für Silber, die Krone für das Deutsche Reich. Zusammen mit der Feingehaltszahl, die bei diesem Zeichen mindestens 800 beträgt, besagt es: Das Gerät ist nach Reichsrecht als Silber mit dem angegebenen Feingehalt gestempelt. Dazu gehört das Herstellerzeichen, also Name, Initialen oder Bildmarke der Firma, die gestempelt hat. Auf Schmuck darf dieses Zeichen nicht angebracht werden (§ 5 Abs. 3). Sie finden Halbmond und Krone deshalb auf Besteck und Tafelgerät, nicht auf Ringen oder Broschen.

Gestempelt hat in Deutschland der Hersteller selbst. Halbmond und Krone sind deshalb keine amtliche Prüfmarke wie in Großbritannien, sondern eine Zusicherung des Herstellers. Als Hinweis sind sie trotzdem zuverlässig, weil falsche Feingehaltsangaben als Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße geahndet werden können (§ 9). Das Herstellerzeichen verrät außerdem, ob ein Stück aus einer bekannten Silberwarenfabrik oder der Werkstatt eines namhaften Silberschmieds stammt.

Silber aus der Zeit vor 1888 trägt andere Zeichen: meist eine Stadtmarke, das Meisterzeichen des Silberschmieds und gelegentlich eine Lotangabe. Die Lotskala teilte die Gewichtsmark in 16 Teile; 12 Lot entsprechen 750 Tausendteilen, 13 Lot 812,5 und 14 Lot 875. Solche Stücke sind fast 140 Jahre alt oder älter und gehören vor jedem Verkauf zu einem Fachmann. Wie Sie bei Unsicherheit selbst vorprüfen und wie Fachleute Silber prüfen, steht im Ratgeber Echtheit prüfen.

Den Materialwert berechnen: Rechenweg mit Beispiel

Der Materialwert ist der Wert des reinen Silbers in einem Stück, berechnet zum aktuellen Kurs. Kein Ankäufer zahlt ihn voll aus, denn er muss das Silber erst wieder zu Geld machen. Wer den Materialwert kennt, sieht aber sofort, wie viel ein Angebot davon abzieht. Die Rechnung hat zwei Schritte:

  • Feinsilber: Gewicht in Gramm mal Feingehalt als Dezimalzahl (800 wird zu 0,800, 925 zu 0,925).
  • Materialwert: Feinsilber in Gramm mal Kurs je Gramm Feinsilber in Euro.

Der Silberkurs wird international meist je Feinunze in US-Dollar angegeben, eine Feinunze sind 31,1035 Gramm. Viele Börsen- und Nachrichtenseiten zeigen ihn auch in Euro. Den Preis je Gramm erhalten Sie, indem Sie den Euro-Preis je Unze durch 31,1035 teilen. Der Kurs schwankt börsentäglich, oft auch innerhalb eines Tages. Rechnen Sie deshalb immer mit dem Kurs vom Tag Ihres Angebots. Hintergründe zur Preisbildung finden Sie im Beitrag Verständnis des Silberpreises, weitere Rechenbeispiele im Leitfaden zur Berechnung des Silberwerts.

Beispiel: zwölf Gabeln und zwölf Löffel in 800er Silber

Angenommen, Sie haben ein Besteck aus zwölf Tafelgabeln und zwölf Tafellöffeln geerbt. Jedes Teil trägt die Punze 800 mit Halbmond und Krone, Messer sind nicht dabei. Auf der Küchenwaage wiegen alle 24 Teile zusammen 1.500 Gramm. Das ist ein Beispielwert, Ihr Besteck kann leichter oder schwerer sein. Annahme für dieses Rechenbeispiel: 1 Euro je Gramm Feinsilber. Der echte Kurs liegt an jedem Tag woanders.

RechenschrittRechnungErgebnis
Gewicht des Bestecksauf der Waage gemessen1.500 g
Feinsilber1.500 g × 0,8001.200 g
Materialwert1.200 g × 1 Euro1.200 Euro
Zum Vergleich: versilbertes Besteck mit Auflage 90rund 90 g Feinsilber auf 24 Teilen × 1 Eurorund 90 Euro, rein rechnerisch

Die letzte Zeile zeigt einen Unterschied, der oft übersehen wird. Das massive Besteck enthält über ein Kilogramm reines Silber, das versilberte nur einen Bruchteil davon, und dieser Bruchteil liegt als hauchdünne Schicht auf unedlem Metall. Um ihn zurückzugewinnen, müsste die Schicht chemisch oder elektrolytisch abgelöst werden, ein Aufwand, der bei so kleinen Mengen in keinem Verhältnis zum Ertrag steht. Deshalb bieten viele Ankäufer für versilbertes Besteck wenig oder gar nichts. Ein gut erhaltenes versilbertes Besteck findet seinen Preis eher als Gebrauchsbesteck im Privatverkauf.

Nun zum Angebot. Angenommen, ein Ankäufer bietet für das massive Besteck 1.000 Euro. Diese Zahl ist frei gewählt und dient nur dazu, den Rechenweg zu zeigen. 1.000 Euro geteilt durch 1.200 Euro ergibt 0,833: Das Angebot entspricht 83,3 Prozent des Materialwerts, der Abzug beträgt 200 Euro. Ob ein Abzug angemessen ist, erkennen Sie nicht an der Prozentzahl allein, sondern im Vergleich mit weiteren Angeboten vom selben Tag und daran, wie der Ankäufer ihn begründet.

Mit dem Rechner gehen Sie diese Schritte für Ihre eigenen Stücke durch. Silber ist bereits ausgewählt. Wählen Sie den Feingehalt laut Punze und tragen Sie das gewogene Gewicht sowie den Kurs je Gramm Feinsilber vom selben Tag ein. Der Rechner zeigt den Feinsilberanteil und den reinen Materialwert. Tragen Sie ein vorliegendes Angebot ins letzte Feld ein, sehen Sie, wie viel Prozent des Materialwerts es ausmacht. Gerechnet wird nur in Ihrem Browser, es werden keine Daten gesendet. Rechnen Sie jeden Feingehalt getrennt und zählen Sie die Ergebnisse anschließend zusammen.

Rechner: Materialwert und Angebot prüfen

Feinmetallnoch offen
Materialwertnoch offen
Angebot in Prozentnoch offen

Der Rechner rechnet nur in Ihrem Browser, es wird nichts gesendet oder gespeichert. Steine, Lot, Stahlteile, Sammler- und Markenwert berücksichtigt er nicht. Den Kurs je Gramm erhalten Sie, indem Sie den Unzenkurs in Euro durch 31,1035 teilen.

Warum Silber je Gramm wenig wert ist und die Menge entscheidet

Ein Gramm Feinsilber kostet nur einen kleinen Bruchteil eines Gramms Feingold. Für einen Ankäufer ist der Aufwand je Vorgang aber ähnlich: prüfen, wiegen, dokumentieren, sammeln, versichert transportieren, schmelzen und scheiden lassen. Diese Kosten fallen bei einem einzelnen Silberring kaum geringer aus als bei einem Kasten Besteck. Bei kleinen Mengen zehren sie deshalb einen großen Teil des Werts auf, bei großen Mengen verteilen sie sich. Manche Ankäufer nehmen Silber erst ab einer Mindestmenge an oder bieten für Kleinmengen einen geringeren Preis je Gramm.

Daraus folgen zwei Regeln. Erstens: Verkaufen Sie alles Silber in einem Vorgang statt Stück für Stück. Zweitens: Sortieren Sie nach Feingehalt. Liegen 925er Schmuck und 800er Besteck ungetrennt in einer Tüte, wird im ungünstigsten Fall alles zum niedrigsten Feingehalt bewertet. Getrennt gewogene Gruppen mit klarer Punze lassen sich dagegen genau abrechnen.

Woraus sich der Abzug zusammensetzt

Zwischen Materialwert und Angebot liegt immer ein Abzug. Er besteht aus mehreren Bestandteilen, nach denen Sie fragen können:

  • Marge: der Verdienst des Händlers, aus dem er Miete, Personal und Versicherung bezahlt.
  • Schmelz- und Scheidekosten: Silberware wird eingeschmolzen und in einer Scheideanstalt zu reinem Silber aufbereitet, oft mit Mindestgebühren je Auftrag.
  • Analyse: Bei Bruchsilber ohne eindeutige Punze bestimmt erst die Analyse der Schmelze den tatsächlichen Feingehalt.
  • Versand und Versicherung: Der Weg zur Scheideanstalt kostet Geld.
  • Kursrisiko: Bis zur Weitergabe kann der Kurs fallen; manche Ankäufer kalkulieren das ein.
  • Fremdbestandteile: Füllungen, Stahlklingen, Glaseinsätze und Steine werden aus dem Gewicht herausgerechnet.

Fragen Sie konkret: Welches Gewicht haben Sie je Feingehalt angesetzt? Mit welchem Kurs je Gramm rechnen Sie, und von wann stammt er? Welche Abzüge machen Sie wofür? Ein Ankäufer, der diese Fragen klar beantwortet, macht sein Angebot vergleichbar.

Silbermünzen: Anlagemünze, Gedenkmünze oder Sammlerstück

Anlagemünzen werden geprägt, um Silber in handlicher Form zu kaufen. Bekannte Beispiele sind Maple Leaf, Philharmoniker, Britannia, Känguru und American Eagle. Sie enthalten meist eine Feinunze, also 31,1 Gramm Feinsilber, in einem Feingehalt von 999 oder höher. Im Ankauf orientiert sich ihr Preis eng am Silberkurs. Verkaufen Sie Anlagemünzen möglichst in den Originalröhren oder Folien, in denen Sie sie gekauft haben.

Gedenkmünzen der Bundesrepublik liegen in vielen Haushalten. Sie wurden in hohen Auflagen geprägt; für die 20-Euro-Sammlermünzen seit 2016 weist die Bundesbank je Motiv mehrere Hunderttausend Stück in der Normalprägung aus. Bei gewöhnlichen Exemplaren orientiert sich der Ankauf deshalb in aller Regel am Silbergehalt, Spiegelglanz-Ausgaben in Originalverpackung finden mitunter Sammler. Im Zweifel gelten die Angaben im Münzkatalog.

MünzeLegierungRaugewichtFeinsilber je Münze
5 DM Kursmünze „Silberadler“ (1951 bis 1974)625er Silber11,2 g7,0 g
5-DM-Gedenkmünzen bis Ende der 1970er Jahre625er Silber11,2 g7,0 g
10-DM-Gedenkmünzen (Olympia 1972 und Ausgaben bis 1997)625er Silber15,5 g9,69 g
10-DM-Gedenkmünzen (1998 bis 2001)925er Silber15,5 g14,34 g
10-Euro-Gedenkmünzen (2002 bis 2010)925er Silber18 g16,65 g
10-Euro-Gedenkmünzen (2011 bis 2015, Spiegelglanz)625er Silber16 g10,0 g
20-Euro-Sammlermünzen (ab 2016)925er Silber18 g16,65 g

Nicht jede Gedenkmünze enthält Silber. Die 5-DM-Gedenkmünzen ab Ende der 1970er Jahre und die 5-DM-Kursmünzen ab 1975 bestehen aus Magnimat, einem Verbundmetall ohne Silber. Die 10-Euro-Münzen von 2011 bis 2015 in Stempelglanz sind bis auf Ausnahmen aus Kupfernickel, die neueren 10-Euro-Münzen mit Kunststoffring und alle 2-Euro-Gedenkmünzen enthalten ebenfalls kein Silber.

Sammlermünzen sind Münzen, deren Wert über dem Metall liegt, weil sie selten, alt oder besonders gut erhalten sind: etwa Taler und Gulden aus der Zeit vor der Reichsgründung, Münzen des Kaiserreichs in sehr guter Erhaltung, seltene Jahrgänge und Prägestätten sowie Fehlprägungen. Erhaltung und Seltenheit kann nur ein Münzhändler oder ein numismatisches Auktionshaus verlässlich beurteilen. Reinigen Sie Münzen niemals vor der Begutachtung: Putzen hinterlässt feine Kratzer und nimmt die gewachsene Oberfläche, und genau die bewerten Sammler. Mehr dazu im Beitrag zum Verkauf von Silbermünzen.

Silberbarren: Umsatzsteuer und Wiederverkauf

Barren lassen sich am einfachsten verkaufen. Gewicht und Feingehalt sind eingeprägt, oft auch Hersteller und Seriennummer. Bewahren Sie Kaufbeleg, Zertifikat und Originalverpackung auf, denn sie erleichtern die Prüfung und belegen das Kaufdatum für die Steuer. Hinweise zur Vorbereitung gibt der Beitrag zum Verkauf von Silberbarren.

Die eigentliche Überraschung beim Barrenverkauf ist die Umsatzsteuer. Anlagegold ist in Deutschland nach § 25c UStG von der Umsatzsteuer befreit. Für Silber gibt es keine solche Befreiung: Silberbarren werden mit dem regulären Steuersatz von 19 Prozent verkauft, und von der Differenzbesteuerung sind sie ausgeschlossen, weil § 25a Abs. 1 Nr. 3 UStG Edelmetalle wie Barren davon ausnimmt. Wenn Sie als Privatperson an einen Händler verkaufen, fällt auf Ihren Verkauf keine Umsatzsteuer an, und Sie bekommen auch keine zurück. Die beim Kauf bezahlte Steuer ist damit endgültig verloren. Ein Barren bringt erst dann wieder den bezahlten Bruttopreis, wenn der Silberkurs so weit gestiegen ist, dass er die Umsatzsteuer und zusätzlich die Handelsspanne des Ankäufers ausgleicht.

Bei Silbermünzen war es lange üblich, dass Händler sie differenzbesteuert verkauften (§ 25a UStG). Dann fällt Umsatzsteuer nur auf die Handelsspanne an, und der Kaufpreis lag näher am Silberwert als bei Barren. Mit dem Jahressteuergesetz 2024 hat der Gesetzgeber diesen Weg seit dem 1. Januar 2025 für Münzen ausgeschlossen, die ein Händler selbst in die EU eingeführt und dabei mit dem ermäßigten Steuersatz versteuert hat (§ 25a Abs. 7 UStG). Seitdem werden viele Silbermünzen im Handel regulär mit 19 Prozent besteuert; differenzbesteuert sind sie vor allem noch, wenn ein Händler sie von Privatleuten angekauft hat. Für Sie als Verkäufer gilt in beiden Fällen: Umsatzsteuer kommt nicht zurück. Wer regulär besteuerte Münzen gekauft hat, braucht aber einen größeren Kursanstieg, bis der Kaufpreis wieder erreicht ist. Stand dieser Angaben ist Oktober 2026; Einzelheiten klärt im Einzelfall eine Steuerberatung.

Steuern beim Verkauf: Haltefrist, Freigrenze und Belege

Gewinne aus dem Verkauf von Silber im Privatvermögen sind nach § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG steuerpflichtig, wenn zwischen Anschaffung und Verkauf nicht mehr als ein Jahr liegt. Wer Barren, Münzen oder anderes Silber länger als ein Jahr besitzt, verkauft einen Gewinn steuerfrei.

Auch innerhalb der Jahresfrist bleibt ein Gewinn steuerfrei, wenn der Gesamtgewinn aus allen privaten Veräußerungsgeschäften im Kalenderjahr weniger als 1.000 Euro beträgt (§ 23 Abs. 3 Satz 5 EStG). Das ist eine Freigrenze, kein Freibetrag: Erreicht der Gesamtgewinn 1.000 Euro, ist er vollständig steuerpflichtig, nicht nur der Teil darüber.

Bei geschenkten und geerbten Stücken wird Ihnen die Anschaffung durch die Vorbesitzerin oder den Vorbesitzer zugerechnet (§ 23 Abs. 1 Satz 3 EStG). Hat die Großmutter ihr Besteck vor Jahrzehnten gekauft, ist die Jahresfrist längst abgelaufen. Anders kann es aussehen, wenn jemand kurz vor seinem Tod Barren gekauft hat. Die Erbschaftsteuer ist davon getrennt zu betrachten; mehr zum Verkauf aus einem Nachlass steht im Ratgeber Erbe und Nachlass verkaufen. Wichtig für Erbengemeinschaften: Über einen Nachlassgegenstand können die Erben nur gemeinschaftlich verfügen (§ 2040 Abs. 1 BGB). Das Familiensilber darf also nur verkauft werden, wenn alle Miterben zustimmen. Bewahren Sie Kauf- und Ankaufbelege auf, und lassen Sie sich bei größeren Beträgen innerhalb der Jahresfrist steuerlich beraten.

Wann Sammler mehr zahlen als den Silberwert

Ein Teil des Silbers in deutschen Haushalten ist mehr wert als sein Gewicht. Wer es einschmelzen lässt, gibt den Unterschied unwiderruflich ab. Prüfen Sie deshalb vor jedem Verkauf nach Gewicht, ob eines dieser Merkmale zutrifft:

Erst zeigen, dann wiegen

  • Das Herstellerzeichen gehört zu einer bekannten Silberschmiede, Werkstatt oder Silberwarenfabrik.
  • Das Stück trägt eine Stadtmarke und ein Meisterzeichen aus der Zeit vor 1888.
  • Form und Dekor zeigen Jugendstil, Art déco oder die klare Formensprache der Moderne, etwa skandinavisches Design.
  • Ein Besteck ist vollständig, liegt im Originalkasten und hat ein gesuchtes Muster.
  • Es gibt Belege zur Herkunft: Rechnungen, Widmungen, Fotos, Katalognachweise.
  • Bei Münzen: hohes Alter, sehr gute Erhaltung, seltene Jahrgänge oder Fehlprägungen.

Silber aus dem Jugendstil ist ein gutes Beispiel. Um 1900 entwarfen Künstler Besteck, Leuchter und Schmuck mit fließenden Linien und Pflanzenmotiven, später mit strengeren geometrischen Formen. Stücke nach Entwürfen namhafter Gestalter werden auf Auktionen als Kunsthandwerk gehandelt, nicht als Rohstoff.

Ob ein Stück dazugehört, klären Sie in zwei Schritten. Schlagen Sie zuerst das Herstellerzeichen in einem Markenverzeichnis für Silber nach. Senden Sie dann Fotos von Gesamtansicht, Punzen und Besonderheiten an ein Auktionshaus mit einer Abteilung für Silber oder Kunsthandwerk; viele Häuser geben nach Fotos eine erste Einschätzung ohne Kosten ab. Eine Auktion hat allerdings ihren Preis: Das Auktionshaus berechnet Ihnen eine Provision vom Zuschlag und oft Kosten für Fotos, Katalog und Versicherung, bis zur Auszahlung vergehen in der Regel Wochen. Vereinbaren Sie ein Limit, unter dem nicht zugeschlagen wird, und lassen Sie sich alle Kosten vorher schriftlich nennen.

Verkaufswege im Vergleich

Welcher Weg der richtige ist, hängt von der Ware ab. Oft ist eine Kombination sinnvoll: Münzen und Sonderstücke zum Fachhändler, das übrige Silber gesammelt nach Gewicht.

VerkaufswegGeeignet fürVorteileNachteile
Edelmetallhändler oder ScheideanstaltBarren, Anlagemünzen, größere Mengen BruchsilberPreis eng am Kurs, Abrechnung nach FeingehaltKein Aufschlag für Design, Mindestmengen und Gebühren möglich, oft nur per Versand
Gold- und Silberankauf im LadengeschäftBesteck, Silberschmuck, gemischte PostenSchnell, Prüfung vor Ihren Augen, Geld sofortAbzüge sehr unterschiedlich, Sammlerwert wird selten vergütet
Juwelier oder GoldschmiedSilberschmuck, MarkenschmuckFachkunde bei Schmuck, Verrechnung mit Neukauf möglichNicht jeder kauft Silber an, teils nur Gutschrift
MünzhändlerGedenkmünzen, ältere Münzen, SammlermünzenErkennt Sammlerwert, bewertet die ErhaltungFür Massenware meist nur der Silberwert
Antiquitäten- oder SilberfachhändlerTafelsilber, vollständige Bestecke, DesignstückeKann den Wert als Gebrauchs- oder Sammlerstück bezahlenPreise frei verhandelt, Vergleich schwieriger
AuktionshausArbeiten von Silberschmieden, Jugendstil, seltene StückeWettbewerb vieler Bieter, Limit möglichProvision und Nebenkosten, lange Wartezeit, kein garantierter Erlös
Privatverkauf onlineVollständige Bestecke, Ergänzungsteile, gut erhaltenes versilbertes BesteckEndkundenpreis erreichbarAufwand für Fotos und Versand, Betrugsrisiko
Ankauf per PostBarren, Münzen, BruchsilberBequem, unabhängig vom WohnortWare aus der Hand, Versandrisiko, Angebot erst nach Prüfung

Beim Postankauf klären Sie vorher, was mit Ihrer Ware geschieht, wenn Sie das Angebot ablehnen, und wer die Rücksendung bezahlt.

Schritt für Schritt zum Verkauf

  1. Alles zusammentragen. Holen Sie Besteckkästen, Schmuckschatullen, Münzalben und Vitrinenstücke an einen Tisch.
  2. Punzen lesen und sortieren. Prüfen Sie jedes Stück mit der Lupe und bilden Sie Gruppen: 800, 835, 925, 999, versilbert, ohne Stempel, unklar. Fotografieren Sie Punzen und Herstellerzeichen.
  3. Sonderstücke aussondern. Legen Sie alles beiseite, was auf Sammlerwert hindeutet, und zeigen Sie diese Gruppe zuerst einem Fachmann.
  4. Fremdteile erkennen und wiegen. Wiegen Sie jede Gruppe getrennt auf einer Küchen- oder Briefwaage, Messer und gefüllte Stücke gesondert, und notieren Sie die Gewichte.
  5. Materialwert berechnen. Rechnen Sie für jede Gruppe Feinsilber und Materialwert zum Tageskurs aus.
  6. Mehrere Angebote einholen. Fragen Sie mindestens zwei, besser drei Ankäufer nach einem aufgeschlüsselten Angebot, möglichst am selben Tag, damit der Kurs vergleichbar ist.
  7. Entscheiden und verkaufen. Verkaufen Sie erst, wenn Sie die Abrechnung verstanden haben, und bestehen Sie auf einem schriftlichen Ankaufbeleg mit Datum, Gewicht, Feingehalt und Preis.
  8. Belege aufbewahren. Legen Sie Ankaufbeleg, Fotos und Kaufbelege zu Ihren Unterlagen, vor allem wenn Barren oder Münzen weniger als ein Jahr in Ihrem Besitz waren.

Checkliste für den Termin

  • Silber nach Feingehalt sortiert, jede Gruppe in einem eigenen Beutel mit Zettel
  • Gewichte je Gruppe notiert, Messer und gefüllte Stücke getrennt
  • Materialwert je Gruppe zum Kurs des Tages ausgerechnet
  • Fotos aller Punzen und Herstellerzeichen auf dem Telefon
  • Sonderstücke vorher einem Fachhändler oder Auktionshaus gezeigt
  • Kaufbelege, Zertifikate und Originalverpackungen von Barren und Münzen dabei
  • Gültiger Personalausweis oder Reisepass eingesteckt
  • Bei Erbstücken: Zustimmung aller Miterben eingeholt
  • Fragenliste dabei: Gewicht je Feingehalt, Kurs, Abzüge, Auszahlungsweg
  • Genug Zeit eingeplant, um ohne Druck ablehnen und weitergehen zu können

Einen seriösen Silberankäufer vor Ort finden

Ob Großstadt oder Kleinstadt: Die Prüfschritte sind überall dieselben.

Adressen sammeln. Suchen Sie in Ihrer Umgebung nach Edelmetallankauf, Gold- und Silberankauf, Juwelieren und Goldschmieden mit Ankauf sowie nach Münzhändlern. Für Tafelsilber kommen auch Antiquitätenhändler mit Schwerpunkt Silber in Frage. Notieren Sie drei bis vier Adressen mit festem Geschäftssitz und vollständigem Impressum. Der gewerbliche An- und Verkauf von Edelmetallen, Schmuck, Edelsteinen und Perlen ist nach § 38 Abs. 1 GewO ein überwachungsbedürftiges Gewerbe, bei dem die Behörde die Zuverlässigkeit des Betreibers prüft.

Bewertungen lesen, nicht zählen. Achten Sie darauf, worüber sich Kunden beschweren, etwa über plötzliche Abzüge, Druck oder unklare Abrechnungen, und wie der Inhaber darauf antwortet.

Vor Ort beobachten. Gewogen wird vor Ihren Augen, auf einer Waage, deren Anzeige Sie sehen. Wer im geschäftlichen Verkehr nach Gewicht abrechnet, darf dafür nur geeichte Waagen verwenden (§§ 33 und 37 Mess- und Eichgesetz); achten Sie auf Eich- oder Konformitätskennzeichen am Gerät. Ein einfacher Test: Nehmen Sie ein Stück mit bekanntem Gewicht mit, etwa eine Anlagemünze mit einer Unze. Ein guter Ankäufer erklärt, wie er prüft, ob mit Lupe, Prüfsäure, Strich auf dem Prüfstein oder einem Röntgenfluoreszenzgerät, das die Legierung ohne Beschädigung misst. Fragen Sie, bevor an Ihrem Stück gekratzt oder gefeilt wird.

Aufschlüsselung verlangen. Ein seriöses Angebot nennt Gewicht je Feingehalt, angesetzten Kurs und Abzug, auf Wunsch schriftlich. Ihre Ware bleibt bei Ihnen, bis Sie sich entschieden haben. Wird ein Stück zur Prüfung in einen anderen Raum mitgenommen, lassen Sie sich vorher eine Quittung mit Beschreibung geben.

Ausweis ist ein gutes Zeichen. Bei Barzahlungen ab 2.000 Euro muss ein Händler mit Edelmetallen Sie nach dem Geldwäschegesetz identifizieren (§ 10 Abs. 6a GwG in Verbindung mit § 1 Abs. 10 GwG). Viele Ankäufer verlangen den Ausweis auch bei kleineren Beträgen. Das spricht für Sorgfalt, nicht gegen den Ankäufer. Mehr dazu im Beitrag zur Ausweispflicht beim Ankauf.

Warnsignale ernst nehmen. Vorsicht bei Ankaufaktionen, die nur wenige Tage in einem Hotel oder Gasthaus stattfinden, bei Ankäufern an der Haustür, bei Pauschalangeboten ohne Wiegen, bei Preisen, die angeblich nur heute gelten, und bei jedem Versuch, Silber vor Ihrer Zusage einzuschmelzen oder zu zerschneiden. Weitere Prüfpunkte enthält der Ratgeber Seriösen Ankäufer erkennen.

Typische Irrtümer: Alpaka, Neusilber, Hotelsilber und EPNS

Alpaka und Neusilber sind Legierungen aus Kupfer, Nickel und Zink. Sie sehen silbrig aus, enthalten aber kein Silber. Dasselbe Material heißt auch Argentan oder Nickelsilber; auf ausländischen Stücken steht mitunter „Nickel Silver“ oder „German Silver“. Stempel wie „Alpacca“, „Neusilber“ oder die Abkürzung „AS“ weisen auf dieses Material hin. Als Silber ist solches Besteck wertlos. Versilbertes Alpaka wurde früher auch als Chinasilber angeboten.

EPNS steht auf britischem und internationalem Besteck und ist die englische Abkürzung für galvanisch versilbertes Neusilber. EPBM bezeichnet versilbertes Britanniametall, eine Zinnlegierung, ein vorangestelltes EP allgemein eine galvanische Versilberung. Alle diese Stücke haben kaum Materialwert.

Hotelsilber ist Besteck und Tafelgerät aus Hotels, Restaurants, Speisewagen und von Passagierschiffen, oft mit eingeschlagenem Namen des Hauses. Trotz des Namens ist es in aller Regel versilbert, meist mit einer kräftigen Auflage für den täglichen Einsatz. Ein Sammlerwert kann sich aus der Herkunft ergeben, als Silber nach Gewicht lässt sich Hotelsilber dagegen nicht verkaufen.

Falsche Punzen gibt es auch. Billige Importware trägt mitunter eine 925, ohne aus Sterlingsilber zu sein. Ist ein angeblich massives Stück auffallend leicht, schimmert an Kanten ein gelbliches oder rötliches Grundmetall durch oder fehlt ein Herstellerzeichen, sollte das Material gemessen werden.

Magnettest und Anlaufen beweisen wenig. Silber ist nicht magnetisch, Neusilber, Messing und Kupfer sind es aber auch nicht. Bleibt ein Magnet haften, ist das Stück sicher kein massives Silber; bleibt er nicht haften, ist nichts bewiesen. Und dunkel anlaufen auch Kupferlegierungen und versilberte Stücke.

Putzen vor dem Verkauf lohnt sich nicht. Bezahlt wird nach Gewicht und Feingehalt, nicht nach Glanz. Bei alten Stücken kann Polieren sogar schaden, weil es Kanten, Dekor und Punzen abträgt.

So gehen Sie jetzt vor

Sortieren Sie Ihr Silber nach Punzen, legen Sie Sonderstücke und Münzen beiseite und wiegen Sie den Rest nach Feingehalt getrennt. Rechnen Sie den Materialwert mit dem Rechner zum Kurs des Tages aus und holen Sie zwei bis drei aufgeschlüsselte Angebote ein. Sonderstücke zeigen Sie vorher einem Fachhändler oder Auktionshaus. Liegt neben dem Silber auch Gold in der Schatulle, hilft der Ratgeber Goldwert berechnen bei der Rechnung, für Schmuck mit Steinen der Ratgeber Schmuck verkaufen.

◦ Häufige Fragen
Was bedeutet die Zahl 90 auf meinem Besteck?
Eine Zahl wie 90 oder 100 zeigt, dass das Besteck versilbert und nicht massiv ist. Sie gibt an, wie viele Gramm Feinsilber auf eine Fläche von 24 Quadratdezimetern aufgebracht wurden, was ungefähr der Oberfläche von zwölf Löffeln und zwölf Gabeln entspricht. Der Materialwert ist deshalb gering, und viele Ankäufer bieten dafür wenig oder nichts.
Wie berechne ich den Wert von 800er Silber?
Multiplizieren Sie das Gewicht in Gramm mit 0,800, dann erhalten Sie das Feinsilber. Das Feinsilber multiplizieren Sie mit dem Tageskurs je Gramm. Bei 1.500 Gramm Besteck und einem angenommenen Kurs von 1 Euro je Gramm ergibt das 1.200 Gramm Feinsilber und 1.200 Euro Materialwert; der echte Kurs schwankt börsentäglich.
Was bedeuten Halbmond und Krone auf Silberbesteck?
Das Zeichen geht auf das Reichsgesetz über den Feingehalt der Gold- und Silberwaren zurück, das am 1. Januar 1888 in Kraft trat. Der Halbmond steht für Silber, die Krone für das Deutsche Reich, daneben stehen ein Feingehalt von mindestens 800 und ein Herstellerzeichen. Gestempelt hat der Hersteller selbst, eine amtliche Prüfung gab es nicht.
Muss ich den Erlös aus dem Silberverkauf versteuern?
Gewinne sind nach § 23 EStG nur steuerpflichtig, wenn zwischen Kauf und Verkauf nicht mehr als ein Jahr liegt. Auch dann bleiben sie steuerfrei, wenn der Gesamtgewinn aus privaten Veräußerungsgeschäften im Kalenderjahr unter 1.000 Euro liegt. Bei geerbtem oder geschenktem Silber zählt der Kaufzeitpunkt der Vorbesitzerin oder des Vorbesitzers; im Zweifel hilft eine Steuerberatung.
Bekomme ich beim Verkauf von Silberbarren die Mehrwertsteuer zurück?
Nein. Silberbarren werden in Deutschland mit 19 Prozent Umsatzsteuer verkauft, als Privatperson verkaufen Sie dagegen ohne Umsatzsteuer an den Händler. Die beim Kauf bezahlte Steuer ist damit verloren und muss erst durch einen Kursanstieg ausgeglichen werden.
Wie viel Silber steckt in alten 5-DM- und 10-DM-Münzen?
Die silbernen 5-DM-Münzen aus 625er Silber enthalten je 7 Gramm Feinsilber. Die 10-DM-Gedenkmünzen aus 625er Silber enthalten 9,69 Gramm, die Ausgaben von 1998 bis 2001 aus 925er Silber 14,34 Gramm. Bei gewöhnlichen Exemplaren orientiert sich der Ankauf in aller Regel am Silbergehalt.
Sollte ich Silber vor dem Verkauf putzen?
Nein. Bezahlt wird nach Gewicht und Feingehalt, nicht nach Glanz. Bei Münzen und alten Stücken kann Putzen sogar den Sammlerwert mindern, weil es feine Kratzer hinterlässt und die gewachsene Oberfläche abträgt.
Warum bieten Ankäufer für kleine Silbermengen so wenig?
Prüfen, Sammeln, Transport sowie Schmelz- und Scheidekosten fallen je Vorgang an, gleich wie viel Silber es ist. Bei kleinen Mengen zehren diese Kosten einen großen Teil des ohnehin niedrigen Silberwerts auf. Verkaufen Sie Ihr Silber deshalb gesammelt und nach Feingehalt sortiert.