Wempe 137 Bicolor: Solitäre aus Gelbgold und Platin
Zwei Edelmetalle, eine klare Linie: Bei den neuen Solitären von Wempe halten drei Krappen aus Gelbgold und drei aus Platin den Diamanten. Was die Stücke kosten und was das für eine spätere Bewertung heißt.

Ein Ring, der in der Mitte die Farbe wechselt: Wempe hat am 8. September 2026 neue Stücke der Schmuckmarke Atelier Wempe 137 vorgestellt. Das Hamburger Familienunternehmen verbindet darin Gelbgold und Platin, zwei Edelmetalle, die es in dieser Kollektion bisher nicht gab. Zur Wahl stehen ein Ring, ein Anhänger und ein Paar Ohrstecker, jeweils als schlichter Solitär mit einem Diamanten im hauseigenen Wempe-Cut.
Ein Schliff mit 137 Facetten als Ausgangspunkt
Der Name der Kollektion verweist auf den Diamantschliff. Der patentierte Wempe-Cut hat 137 handgeschliffene Facetten, das sind 80 Schliffflächen mehr als bei einem klassischen Brillanten. Entwickelt hat Wempe ihn zusammen mit der IGC Group aus Antwerpen, allein die Entwicklung dauerte zwei Jahre. Für jeden einzelnen Stein rechnet das Unternehmen mit mindestens zwei Tagen Schleifarbeit, auch die Rohdiamanten müssen dafür von hoher Qualität sein.
Designer Patrick Sieroslawski hat den Wempe-Cut mit einem klassischen Brillanten verglichen und darin eher eine Weiterentwicklung als einen Bruch gesehen. Diesen Gedanken übertrug er auf die Kollektion und wählte als gestalterisches Mittel die zweifarbige Fassung. Im Mittelpunkt sollte trotzdem der Stein bleiben: „Der Diamant ist der Star der Show und die Fassung gibt ihm eine Bühne“, sagt Sieroslawski.

Die Trennlinie läuft bis in die Krappen
Das Besondere liegt in der senkrechten Teilung der beiden Metalle. Sie beginnt an der Ringschiene, setzt sich über das Körbchen fort und endet in den Krappen: Drei Krappen aus Gelbgold und drei aus Platin halten den Diamanten und treffen sich in der Mitte. Am Ring ist die Teilung am deutlichsten zu sehen, weil sie über die ganze Schiene verläuft. Auf Pavé-Besatz und jede Verzierung verzichtet der Entwurf.
Die endgültige Form des Rings entstand im Wempe-Atelier L.C. Köhler in Schwäbisch Gmünd, an dem Wempe seit 2007 zur Hälfte beteiligt ist. Dort wurde abgestimmt, wie stark das Metall im Verhältnis zur Steingröße sein muss. Anhänger und Ohrringe übernehmen die Gestaltung des Rings. Der Traditionsbetrieb zählt zu den größten Schmuckmanufakturen Europas und vereint Goldschmiede, Politur, Metallguss und Steinschliff. Neben Atelier Wempe 137 entstehen dort auch Atelier Wempe au:thentic, Atelier Wempe By Kim und alle Sonderanfertigungen des Hauses.
Die zwei Farben sind für den Designer mehr als ein Stilmittel. Sie stehen für zwei Extreme, zwischen denen nach seinen Worten das Leben mit all seinen Facetten liegt, in diesem Fall genau 137.

Was ein Bicolor-Solitär später wert ist
Für Besitzer stecken in solchen Stücken mehrere Wertebenen. Die erste ist das Material: 950er Platin und 18 Karat Gelbgold, also 750 Tausendstel Gold. Weil hier zwei Edelmetalle mit unterschiedlichen Kursen in einem Stück verbunden sind, ist eine reine Materialbewertung aufwendiger als bei einem einfarbigen Ring. Wie Sie die Stempel lesen, erklärt unser Ratgeber Punzen lesen.
Hinzu kommen der Diamant und der Markenwert. Beides lässt sich bei einem Verkauf nur mit Belegen gut vertreten: Rechnung, Referenznummer und vorhandene Zertifikate gehören zum Stück. Welche Käufer welchen Wert bezahlen, lesen Sie im Ratgeber Schmuck verkaufen.

Preise und Referenzen
Wempe nennt für den Ring mit einem Karat (Referenz 10RG4145) 16.675 Euro, für den Anhänger mit einem Karat (10AH1243) 17.175 Euro und für die Ohrringe mit je 0,70 Karat (10OR1161) 12.375 Euro. Gefertigt werden die Stücke in Schwäbisch Gmünd. Das 1878 gegründete Unternehmen wird in vierter Generation von Kim-Eva Wempe geführt und hat weltweit 31 Niederlassungen, unter anderem in New York, Paris und Madrid.


